Frank sei Dank

Einer der Angler mit dem ich immer gerne am Wasser war, war Frank.

Frank war 79 Jahre alt und passionierter Angler. Jedes Jahr verbrachte er in Alaska seinen Urlaub beim Lachsfischen. Ansonsten kümmerte er sich ehrenamtlich mit um die Bootsverwaltung im Anglerverein. Mit Frank war ich am Rhein, an den Rheinauen und mehrmals an der Murg. Auch wenn wir zusammen nie einen kapitalen Fisch an Land zogen, waren es oft wunderschöne, entspannte Stunden am Wasser an dich mich sehr gerne zurückerinnere. Kurz nach seinem 80. Geburtstag schenkte mir Frank seine Köderbox. Etwas irritiert blickte ich ihn an. Es waren seine Erfolgsköder aus Alaska. „Da musst du unbedingt mal hin, Sandra!“, waren seine Worte.

Auf die Frage ob er selbst nicht noch einmal nach Alaska wolle, bekam ich keine Antwort. Drei Tage später war Frank tod.

Ein Jahr lang, lag nun Franks Köderbox in meinem Angelschrank bis ich Anfang des Jahres beschloss einen schon etwas angerosteten Blinker mit auf die Piersch zu nehmen.

Gefangen hatte er nichts….auch keinen Lachs 😉

Seitdem lag Franks Blinker in meiner Köderbox, als Glücksbringer.

Als ich heute 2 Stunden Angelzeit hatte, fuhr ich an den Rhein. Zielfisch: Zander und Hecht.

Am Rhein angekommen traf mich der Schlag!

Rechts und links raubte es ohne Ende. Das Wasser kochte quasi auf ca. 100 m² Wasserfläche!

Doch wie sagt ein Holger Kuscher immer: „Rapfen die rauben, beißen nicht!“.

Trotzdem: Oberflächenköder, flachlaufender Wobbler und Popper durchgezogen….Nichts geschah!

Ok, dachte ich….lass dich nicht beeindrucken! Widerwillig montierte ich einen Gummifisch.

Bämm! Batsch! Batsch!!!!

Überall raubten die Rapfen an der Oberfläche!!!

Es war nicht auszuhalten! Konzentriertes Jiggen? Unmöglich!

Ich kam mir beim Zanderfischen vor wie jemand der in der weltbesten Konditorei saß und gezwungen wurde ein Schnitzel zu essen. Zandern zu jagen wenn vor die Rapfen jagen- das geht gar nicht!

Wieder montierte ich den Köder um…Spinner, schlanke Blinker…..kleine Wobbler, große Wobbler…Wobbler mit Propeller!

Die Rapfen liesen alle (!) meine Köder eiskalt!

Rapfen die rauben, beißen eben nicht!

Frustriert ordnete ich nach einer Stunde die Köder in meiner Box. Keinen wollten sie haben. Alle hatte ich durchprobiert! Alle…bis auf Franks Blinker.

Frank hätte in jedem Moment sicherlich meinen Frust mit mir geteilt oder einfach nur gelacht. Ich gönnte Franks Blinker also meinen letzten Auswurf!

Bämm!!!Einschlag. Die Rute kniet zu Boden. Rapfen!!!!! Aufgeregt drille ich den Räuber an Land. Knappe 60 cm.

Naja…wenn es einmal klappt…klappt es auch zweimal, dachte ich. Der nächste Auswurf zwingt die Rute binnen sekunden erneut Richtung Wasser. Noch bevor das Adrenalin des ersten Drills vorüber ist, knallt ein schöner 70er-Rapfen auf Franks Blinker.

Danach muss ich die Heimfahrt antreten!

Glücklich und erfolgreich. Dank Frank.

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass der ein oder andere Rapfen der raubt- manchmal doch noch zum Anbiss zu bewegen ist.

One comment

  • Hi FrauamSee, nette Story,

    wann gibt es das erste Buch von dir, ich hätte gerne schon eins bestellt, gern signiert..

    LG Rob