Der erste Hecht

Die Sonne scheint….die Angler stehen in Reih´und Glied am Rhein und werfen ihre Köder aus.

2 Stunden habe ich zum angeln…..positioniere mich mit meiner Rute am Rhein. “ Ey guck a mol- a Fraa. Guck mol …“ ertönt es von rechts. Eine Frau am Ufer holt eine Videokamera heraus und filmt mich beim auswerfen. Die Angler links holen sich n Bier und legen die Angel zur Seite.  Verdammt- jetzt bloß keinen Fehler machen. Ist der Rollbügel auch auf? Mindestens 3 Meter werfen sonst wirds peinlich…..Nach 2 Würfen auf dem Präsentierteller hab ich keine Lust mehr. Ich packe meine Sachen und ziehe nach hinten um …weit weg von der Uferpromenade und den guten Angelplätzen. Meine Wobbler sind alle…..alles was ich noch habe sind n paar olle Gummifische am Jighaken und n alten Kupferblinker.

Beim 3. Wurf mit dem Kupferblinker geht ein Ruck durch die Rute. Ein Ast! Ich bin mir sicher.

Plötzlich sehe ich ein Hecht am Haken….. Mein erster Hecht. Augeregt mache ich die Bremse zu. Mein erster Drill. Dann landet er im Netz. 60 cm- aber gefühlte 2,20 m.

Stolz trage ich den Räuber an den  ca. 30 Anglern vorbei die großteils noch immer leere Eimer hatten.

Heute habe ich bestimmt 30 Männern  den Tag versaut mit meinem 45minütigen Auftritt am Rhein.

Ab heute reichen meine Arme auch nicht mehr aus um die gefühlte Größe meines Hechtes zu demonstrieren 😉

 

Was lernen wir aus diesem Mist? Dass das Anglerglück manchmal auch auf deiner Seite ist.

Drilling im Finger

Nach ca. 10 verlorenen  Wobblern im letzten Monat brauche ich eine neue Strategie. Entweder ich muss mehr arbeiten- um mehr Geld – für mehr Wobbler zu verdienen. Oder aber : Ich brauche eine bessere Technik die Dinger aus Ästen, Kraut und Baumstämmen wieder loszulösen.

Das ersteres heißen würde ich hätte weniger Zeit zum angeln…. kommt eh nur letzteres in Frage. Dank meiner Erfahrung lautet die Technik : Ruckartiges Bewegen der Rutenspitze nach oben und zwar von 3 verschiedenen Winkeln.Manchmal hilft es. Heute half es auch. Der Wobbler löste sich vom Ast und schleuderte schwungvoll in meine Richtung. Mit der Hand versuchte ich ihn zu fangen.Bingo! Jetzt hing der Drilling mit einer Spitze in meinem Zeigefinger….das heißt die Spitze incl. Widerhaken war nicht mehr zu sehen.

Sch…..! Beim Versuch ihn loszulösen läuft mir das Wasser  (mal wieder) in den Watstiefel.  Selbes Procedere: Mit nasser Hose geht es zurück zum Ufer- diesmal mit Drilling im Finger.

Die Dinger halten was sie versprechen. Der Anschlag sitzt würde ein Angler sagen. Mit der linken Hand google ich im Smatphone: Ich soll den Drilling auf der andern seite durchstechen und mit der Zang den Widerhaken entfernen- dann kann man ihn rausziehen. Ja  prima !!!

Nein ich bin n Weichei….der Versuch scheitert unter schlimmsten Schmerzen. Das muss ein anderer machen- nur wer?

In die Klinik fahren. Mit der nassen Hose…..den Drilling im Finger?

Ok- Augen zu und durch. Wie im Western beise ich auf n Stück Holz und reise den Drilling mit der Zange raus. Danach brauch ich ne kurze Schocklagerung weil mir schlecht wird vor Scherzen und das Blut nur so die Hand runterläuft.

Aber…. ich hab´s überlebt… und kann jetzt stolz behaupten die Narbe ist vom Angeln. Ist ja schließlich n gefährlicher Sport.

Was lernen wir aus diesem Mist? Lass den Wobbler im Baum lieber da wo er ist.

 

 

Teures Hobby

Feedern ade, ab jetzt wird madenfrei geangelt, ohne anfüttern. Das Spinnfischen macht es möglich. Es gibt Menschen die zahlen 40 Euro jeden Monat für ein Fitnesstudio in das sie  3 Wochen lang gehen um danach 49 Wochen eine Ausrede zu suchen warum sie jetzt nicht mehr hinkönnen. Angeln ist ähnlich teurer…. und was den Erfolg angeht ähnlich effektiv habe ich den Eindruck. Diesen Monat habe ich mir für einen ähnlichen Betrag 3 neue Wobbler gekauft…..Der erste landete im Baum wo er heute noch hängt.

Was lernen wir aus diesem Mist? Werfe nur aus wo kein Bäumchen ist.

 

Der zweite Wobbler blieb  nach 5 min. an einem Ast hängen und riss mitsamt dem Stahlvorfach ab 🙁

 

Nun stand ich da mit meinem letzten Wobbler. Einmal  ausgeholt und durch das Wasser gezogen  hing dieser nun irgendwo im Kraut fest.

Fluchend wie ein Rohrspatz zubbelte ich mit der Rute- nach rechts, nach links, nach oben….Ratsch- und mit einem Ruck löste er sich- schnallte nach oben und hing nun an einem Zweig von dem er sich nicht mehr lösen wollte.

Verzweifelt versuche ich ihn  von allen Seiten vom Ast zu lösen- vergeblich.

Mit meinen Watstiefeln laufe ich bis zu den Oberschenkeln ins Wasser rein um den Winkel zu verbessern. „Beisst was“ ruft es mir vom Ufer zu.

Klasse- und jetzt auch noch n Zuschauer. Plötzlich läuft mir das Wasser den rechten Watstiefel hinein. Weiterlaufen- unmöglich. Die Stiefel sind schwer wie Blei. Ich mach´s kurz….raus aus den Stiefeln, und rauslaufen. So stehe ich da…. mit nasser Hose, nassen Stiefeln ohne einen einzigen meiner neuen Wobbler….

Was lernen wir aus diesem Mist? Das Angeln ein teures Hobby ist.

 

 

Joggen am Rhein

Ok-  ich brauch n Mentor. Nachdem ich nun die geamten Fisch- und Angelbücher der Stadtbibliothek durchgelesen habe stelle ich fest dass ich quasi noch weniger weiß als vorher.

-Nehmen Sie einen auffälligen Köder- nur so machen Sie den Raubfisch auf ihn ausmerksam.

-Nehmen Sie einen möglichst unauffälligen Köder- nur so merkt der Fisch nicht dass es eine Falle ist.

-Angeln Sie da wo Brücken sind- hier stehen die Raubfische und warten auf ihre Beute.

-Angeln Sie nicht bei den Hotspots (Brücken etc.) diese Stellen sind überfischt.

Danke.

Die Fisch und Fang DVD´s frustrieren. Entweder es wird außerhalb von Deutschland gefischt- oder aber es beißen die tollsten Fische binnen kurzer Zeit- und zwar auf alles. Auf rosafarbene Fliegen, auf Standardköder und wahrscheinlich auch auf nen abgenagten Apfel wenn Matze Koch den reinwerft….

Ich entscheide mich für nen Aushang am schwarzen Brett des Angelvereins.

Nur was soll ich reinschreiben?

„Frau sucht Mann der ihr morgens um 5 das Angelln am See beibringt?“

dann kann ich gleich reinschreiben:

„Unerfahrene Anglerin sucht erfahrenen Herrn zum angeln der seinen Popper mitbringt“

Auf meine abschreckende Varainte von wegen “ glücklich verheiratet sucht….“ meldet sich zuerst keiner, weil allein der Begriff „Anglerin sucht…“ schon dazu führt dass man aus Vorsichtsgründen meine Kontaktdaten im Angelverein gar nicht erst abbildet, sondern dass man sie sich direkt vor Ort erfragen muss.

Der erste meldet sich und ist bereit mich mitzunehmen.

„Gehe nachher mit nem Freund  n bisschen jiggen am Rhein“

Ich : „Joggen? Hör mal zu. Ich möchte angeln gehen. Ich bin glücklich verheiratet. Wie soll ich denn meinem Mann erklären dass ich mit nem Fremden am Rhein joggen gehe wo ich nicht mal mit ihm jogge? Sorry aber ohne mich!“

Antwort: „Ich schrieb >jiggen<, nicht joggen. Jiggen ist angeln mit Gummifisch.“

Was lernen wir aus diesem Mist? Manches ist nicht so wie man´s liest.

 

 

 

 

Maden in der Wohnung

Verflixt…. das mit dem Feedern will irgendwie nicht klappen. Letzter Versuch….trotz hohem Wasserstand. Diesmal fahre ich hohe Geschütze auf: Maden, Mais, Lockstoffe, selbsthergestelltes Futter aus Semmelbröseln, Hefeteig……Mein Futterkoffer ist größer als meine Vesperbox die ich dummerweise auch noch vergessen habe.  Hochwasser? Kein Problem…. Ich bin jetzt stolzer  Besitzer von Watstiefeln. Setze mich mit Stuhl und Steifeln einfach ins Wasser. Erfolgslos. Kein Rotauge….nix. Beim öffnen der Madendose fallen mir die Hälfte der Maden runter, ein paar krabbeln auf meinen Watstiefeln entlang. Egal. Sind ja nicht giftig. Zu Hause steige ich erst mal in die Badewanne. Fatal…. zumindest hätte ich mich draußen entkleiden sollen. Irgendwelche Maden  kriechen nun im Bad herum…..Mein Mann schreit. Panik im Hause. Nach einer ewiglangen Standpauke steht fest. Keine Maden mehr im Kühlschrank….keine Maden mehr in der Wohnung. Nun denn- wieder ein Grund das feedern zu stecken….

 

Was lernen wir aus diesem Mist? Dass Maden eine schwieriges Thema ist.

Vom erfolglosen Anfüttern Teil 2

Meine neue Futterstelle ist diesmal weit entfernt vom Parkplatz….ganz am Ende des Weges. 20 min. Fußweg. Ich kämpfe mich durch schlammigen Boden, klettere über Äste, unter Bäumen durch und füttere an 3 Stellen an. Sicher ist sicher.

Nach 5 Tagen käpfe ich mich mit Angelstuhl, Maden, Mais und Angelausrüstung auf einem gefühlten Stundenmarsch mit allen Utensilien wieder zum Ende des Sees….. dummerweise ist nun Hochwasser und mein schlammiger Boden war wohl deshalb so schlammig weil er üblicherweise überschwemmt ist…..so wie heute. 🙁

 

Was lernen wir aus diesem Mist- fütter da an wo der Boden trocken ist!

Vom erfolglosen anfüttern

angelnEs ist morgens 5 Uhr…mit meiner Packung Maden stehe ich am See und versuche mich am feedern. Die Suche welcher Anglertyp ich bin erweist sich noch als schwierig. Wie man es so lernt habe ich 4 Tage angefüttert…. dummerweise sitzt jetzt am 5. Tag ein Angler auf meinem Platz :-(.

Shit happens.

Was lernen wir aus diesem Mist? Fütter nur an wo keiner ist.

Das Flussmonster

Morgens beißen die Fisch am besten….aha….. Ok. Sonntagmorgen 5 Uhr fahre ich zum See.Hätte mir doch nur mal einer gesagt dass Seen nicht beleuchtet sind bei Nacht.Zuerst falle ich über einen Ast, dann über einen zweiten. Durch die Bäume durch bis zum See ? Unmöglich.Eine Kopflampe wäre nicht schlecht gewesen. Als es langsam heller wird wage ich einen erneuten Versuch. Vor Sonnenaufgang  als Frau allein am See fühlt sich ungefähr so an als hätte man n Candlelight Dinner mit Hanibal Lecter.

Nur wen soll ich Sonntagmorgens um 5 Uhr mitnehmen?

In der Folgewoche signalisiert meine langjährigste Freundin “ …klar ich komme mit! Weißt du ich schaue immer das Flußmonster an, das ist eine Angelreportage  und ich würde da wirklich gerne mal life dabei sein“

Flußmonster kannte ich bis dato nicht- Hauptsache es geht einer mit, dachte ich.

“ Also der beim Flußmonster der zieht da meterlange Fische aus dem Wasser….“

“ …und beim Flußmonster da beißen ständig die Fische“

“ ….die Fische beim Flußmoster sind meistens über einen Meter lang…. ich helf dir auf jeden Fall!“

Der Erfolgsdruck wächst….Nach 2 h sitzt meine Freundin gelangweilt auf dem Angelstuhl.

Endlich interessiert sich wer für meinen Köder. Eine ca. 30 cm  große Bisamratte. Panik!

„Verdammt!“ „Hol das Ding rein!““ Schneller! „“Ein Schwan kommt „“ Beiil dich“ „Was machen wir wenn die Bisamratte zubeist?“ “  Ihhhhhh…….“

Glück gehabt. Adrenalin pur – fast so wie beim Flussmonster….. wär hätte das gedacht….. 😉

 

Was lernen wir aus diesem Mist? Das Uferangeln anders wie beim Flußmonster ist.

Auswerfen will gelernt sein….

Man lernt ja viel im Angelkurs….vom ablaichen der Cypriniden über den Sitz der Schwimmblase irgendwelcher Fische die ich bis dato nur aus Büchern sah. Aber auswerfen- musste ich mir selbst beibringen. Und das ist gar nicht so einfach. Sonntags am Rhein startete ich meinen ersten Versuch. Schnursalat….Haken vor die eigenen  Füße geworfen …. nach links geworfen und der Wobbler landete links, nach links geworfen und der Wobbler landete rechts…..Schließlich landete der Drilling in der Angeltasche hinter mir.

Wenigstens ist keiner da der zusieht- dachte ich.

Plötzlich bemerkte ich Stimmen hinter mir. Bloß nicht hinschauen- nichts anmerken lassen. Völlig lässig den Drilling mit der Zange aus der Angeltasche lösen…..Klappt nicht. Ok- dann mit voller Kraft. Ich rutsche auf dem Gras aus, lande auf dem Allerwertesten, über mir die Angeltasche mitsamt dem Drilling der jetzt mit der Rückseite auch noch in meinem Pulli verhakt ist. Ok- Notfallplan: erst mal Drilling aus dem Pulli raus. Geschafft – Pulli ist aber im Ärmel. Jetzt Drilling aus der Angeltasche . Widerhaken weg und rausziehen. Geschafft – die Rutentasche hat jetzt aber n Loch. Neuer souveränder Auswurf- der Drilling landet rechts von mir am Steinufer.

“ Guten Tag – Wasserschutzpolizei. Können sie mir bitte ihre Papiere zeigen?“ ertönt es.

Wow- denke ich. Die haben aber lange überlegt mich zu fragen….oder sie wollten sich einfach das Spektakel nicht entgehen lassen….

“ Versuchen Sie es mal mit nem Wurm“, meint der Polzist danach.

Lieber nicht. Der wäre bei der momentanen Wurftechnik sicher tod bevor er das Wasser sehen würde.

Was lernen wir aus diesem Mist? Lass den guten Pulli besser im Schrank wo er ist.

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