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Albforellen- einmal massig, einmal maßig :-)

alb_herrelba-forelle alb_herrelabDiesen Donnerstag kündigte der Wetterbericht Traumtemperaturen von um die 16 Grad und Sonnenschein an!

Und…diesen Donnerstag hatte ich frei. Naja- halb…..Zumindest vormittags.

Nach dem Motto „ auf zu neuen Gewässern“ , versuchte ich mein Glück gemeinsam mit einem Angelfreund an der Alb bei Bad Herrenalb.

Erlaubt waren Kunstköder mit Einzelschonhaken und so hatte ich meine Special-Köderbox und zusätzlich meine neue Fliegenrute dabei, die mich diesen Monat „ein wenig“ finanziell ruiniert hat.

Irgendwo auf einem Parkplatz bei Fischweier trafen wir uns.

„ Und?“, fragt mich mein Mitangler, „ wo ist die Alb?“

Hmmmm… ich überlegte. „ Da hinten….da sieht es nach Wasser aus!“

Erwartungsvoll schlenderten wir einen guten Kilometer ins Grüne.

Vor uns ein kleiner Bach mit ca. 80 cm Durchmesser, umringt von Gestrüpp und Bäumen.

Auswerfen? Aussichtslos.

„ Frechheit!“, rege ich mich auf, „ Kunstköder mit Einzelhaken und Fliegenrute an einem Rinsaal?“

Da lobe einer den Albabschnitt im Karlsruher Anglerverein!

Frustriert laufen wir zurück! Als wir auf einem Werksgelände vorbeikommen schauen uns 3 Männer an- mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.

„ Ihr wollt nicht wirklich an der Alb Fische fangen??? Daaaa- hat es doch keine Fische drin!“

Na prima!

„Komm“ sage ich, lass uns mal nach Herrenalb fahren, vielleicht ist die Alb dort breiter.

Als ich bei der Weiterfahrt aus dem Auto blicke, stelle ich fest, dass ich bereits bei der Hinfahrt über die „ Alb „ gefahren ist und die hatte gute 3-5 Meter Durchmesser!

Das fing ja schon mal gut an…. gleich mal die Alb mit der „Moosalb“ verwechselt.

An der richtigen Alb angekommen warf ich meinen Köder rein. Bämm!!!

Meine erste Forelle! Leider knappe 10 cm 🙁

Nach 5 Minuten der zweite Anbiss- nochmals ein 10er-Exemplar.

Danach folgten noch ein paar Fehlbisse.

Nach 30 min. fiel mir schließlich auch wieder ein, dass es im Schwarzwald immer ein paar Grad kälter ist als in Karlsruhe. Genaugenommen hatte es 2,5 Grad Celcius.

Und ich- eingestellt auf 16 Grad….lief durch das meterhohe, nasse Gras an dem Flüsschen.

Meine Füße in den Sommersocken und in den ungefütterten Gummistiefel hatten schon wärmere Zeiten erlebt.

Vor allem die mittlerweile – durchs Gras- nassen Waden gaben mir den Rest.

Doch ich hielt durch….“…du hast 2 Kinder geboren! Du packst das…“ sagte ich mir, bei jedem Schritt in dem meine Füße von der Kälte schmerzten als würde ich auf einem Nadelkissen laufen.

Nach 1 Stunde….begann ich dann doch mal kurz zu jammern:

„ Ganz schön kalttttt…gelllllllll…..“, meinte ich.

„ Ja….mir ist vor ner halben Stunde Wasser in die Schuhe reingekommen…..“, antwortete mein Gegenüber.

Gesichtsabsturz!!! „Wasser??? In den Schuhen? Bei 2,5 Grad Celcius? Sollen wir gehen?“, fragte ich entsetzt.

„ Nein, das halte ich durch!“, bekam ich zur Antwort.So selbstverständlich als wäre es eine Kleinigkeit.

In Anbetracht der Tatsache, dass meine Füße immerhin noch trocken waren, beschloß ich also auch durchzuhalten.

Manchmal hat es auch Vorteile mit Warmduschern angeln zu gehen. Manchmal…

Aber jetzt hatte ich es mit einem andern zu tun.

Einem bei dem „kalt“ wohl nur während dem Erfrierungstod existierte.

Ich mache es kurz. Meine folgenden Hotspots verbrachte ich wie ein Ansitzangler auf einer Stelle….in der Sonne. Als es nach einer guten Stunde und bei 10 Grad Celcius endlich etwas wärmer war biß es auf Höhe Marxzell schließlich wieder- diesmal auf Gummifisch. Leider nicht auf meinen.

Wieder untermaßig!

Um 12 Uhr mittag traten wir beide „Schneider“ den Rückweg an.

Immerhin, hatte ich mal wieder ein paar Fische an der Angel.

„ Komm“, schlug ich vor. „Lass uns noch einen letzten Auswurf machen beim Parkplatz“

Kurze Verabschiedung.

Dann lud ich meine Sachen ins Auto ein und wollte losfahren. Irgendwie war ich fertig als hätte ich 3 Meterfische gedrillt- und das mittags um 12 Uhr.

Plötzlich ein klopfen an die Scheibe des Autos:„ Hey…! Was ist mit dem letzten Auswurf?“

„ Ach“, meinte ich, „ egal…. das wird doch eh nichts mehr heute!“

„ Nix da!“, meckerte der härteste Angler mit den nassesten und vermutlich kältesten Füßen von allen, und öffnete von außen die Fahrertüre meines Autos.

Na gut, dachte ich mir…., schnappte meine Rute und lief die Böschung runter zum Fluß.

Einwurf!

Zweiter Einwurf!

Bämmmmm!

Da hing sie….. meine erste maßige Forelle aus der Alb!

Mein vielleicht am härtesten verdiente Fisch der bisherigen Angelsaison!

So kalt wie meine Füße waren, so stolz war ich danach.

Was lernen wir aus diesem Mist,

dass der letzte Auswurf manchmal der Beste ist!

Meine erste Albforelle

alb…ja, ja… ich weiß…ich sollte mal wieder n Fisch fangen.

Samstag vor 2 Wochen war ich also mal wieder am Illinger Baggersee.

Und zwar mit meinem Angelfreund Gunther in dessen Beliebtheitsskala ich gefühlt irgendwo zwischen seiner Hauskatze und deren Dosenfutter stehe.

Nachdem ich feststellte dass der viele Bärlauch den ich gerade futtere….auch nicht besser riecht als Knoblauch….entschied ich mich also mein Bärlauchragout vom Freitagabend mit Parfüm zu übertünchen. Immerhin konnte ich es dem geruchssensiblen Gunther nicht antun…1 Stunde neben mir im Wasser zu stehn während ich roch wie eine Packung durchgezogenes Tzakziki.

Half aber nichts.

Nachdem ich mir anhören musste, dass ich mit meinem Parfüm die Fische verscheuchen würde, entschloß ich mich dann ganz vom Wasser wegzugehn.

Schneider- versteht sich.

Mit einer Moralpredigt darüber was ich alles falsch mache und zur Krönung mit einem geschenkten Barsch, den ein anderer Angler geangelt hat, der kein Fisch isst – und dem Gunther gesagt hat ich würde mich über den Barsch freuen – ging ich nach Hause.

Freitag letzte Woche, 12 Uhr, Feierabend, die Sonne scheint, die Angelsachen im Auto und der Beissindex zuuuuufällig auf 8!

Naja, dachte ich mir- nichts wie raus ans Wasser. Zielfisch: Forelle an der Alb.

Nach 15 min. spinnfischen dann der ersehnte Einschlag in der Rute: Bämmmm!

Vollgepumpt mit Adrenalin halte ich meine neue 1,50 m lange 15g-Rute fest. Das Ding biegt sich als hätte ich einen Meterwels- allerdings an der Sportex.

Eine Forelle- irgendetwas rotpepunktetes zeigt sich im Drill an der Oberfläche!!!

Bloß nicht die Schnur locker lassen! Vergeige es jetzt bloß nicht- denke ich so vor mich hin.

Die Forelle ist verdammt kampfstark- hat aber die Rechnung nicht mit mir gemacht.

Vor mir sehe ich sie schon in einer Meerrettichsahnesoße mit Bratkartoffeln…..vielleicht gefüllt mit dem letzten Bärlauch der hier noch wächst?

Als ich mein Abendessen mit dem Kescher lande, traue ich meinen Augen nicht. Meine erste Albforelle hat gerade mal 15 cm!

Schonhaken weg- und …..das wars!

Zumindest kann ich jetzt behaupten ich hatte ne Albforelle an meinem Köder. Entschneidert- um es kurz zu formulieren. Fisch ist Fisch! ….Und was man sich eben so sagt, wenn man frustriert und am Ende ohne Fisch nach Hause geht.

Jedenfalls machte ich mich gestern zwischen allen Terminen die ich so hatte, wieder auf den Weg ans Wasser….

Als ich am Rhein in Eggenstein ankam war der Weg zum Rhein überflutet.

Als ich weiterfuhr an die Rheinmündung Leopoldshafen, parkte 3 Minuten nach meiner Ankunft ein Kies-Frachter vor meiner Nase.

War wohl nicht mein Tag.

Als ich weiter vor lief, saß ein Ansitzangler da und schaute mich grimmig an, als er meine Spinnrute sah.

Na gut- dachte ich, stellte die Köderbox aufs Autodach…..und dachte kurz nach, wie ich schon einmal vor nicht allzulanger Zeit dann losfuhr und dabei die Köderbox auf dem Autodach vergaß.

Würde mir heute nicht mehr passieren!

Ich öffnete den Kofferraum, packte die Rute ein, den Kescher, die Tasche, die Gummistiefel…… und fuhr los Richtung Rappenwörth.

Als ich am Rhein ankomme und den Kofferraum öffne, freue ich mich riesig:

Kein Frachter, keine Ansitzangler, herrlicher Sonnenschein und noch 1 Stunde Zeit um einen Rapfen oder einen Barsch zu fangen.

Ich nehme meinen Kescher, meine Rute, meine Tasche……. aber wo ist meine Köderbox???

Sequenzen wie in einem schlechten Film spielen sich ab!

Augenblicklich ist mir klar, dass ich die Köderbox – mal wieder- auf dem Dach habe stehen lassen!

Panik! Sofort ist mir klar- die Köderbox liegt beim Ansitzangler wo ich geparkt habe, denn bei der Anfahrt hat etwas gepoltert- und das konnte nur meine Köderbox gewesen sein!

Postwendend fahre ich zurück.

Als ich nach 30 min. wieder an der Rheinmündung bin, ist der Ansitzangler weg. Und meine Köderbox auch. 🙁

In diesem Moment beschließe ich heute das angeln sein zu lassen.

Ne Tageskarte im Forellenpuff wäre billiger gewesen.

In meiner Köderbox befanden sich meine kompletten Stingerhaken die ich vor 3 Tagen im Angelladen gekauft habe.

Als ich in den Angelladen komme, lächelt mich der gute Mann hinter der Theke mit einem anerkennenden Lächeln an….

Na? Wie läuft´s ? gut?

Hmmmm…

Antwort????

Variante A „Die Klassische“

„ Ja, prima…. hatte kürzlich ne Forelle an der Alb (*Größe ist unwichtig)….die Rute hat sich durchgebogen beim Drill das habe ich vorher noch nie erlebt (*Anmerkung: hatte bisher auch noch nie mit ner 15 g Bachrute geangelt)…..war gerade kurz am Rhein und habe aber ein paar Köder verloren ( *Anmerkung: muss ja keiner wissen wie).“

Variante B „Die Ehrliche“

„….eine untermaßige Forelle, den letzten kapitale Fisch habe ich geschenkt bekommen…..heute den Bagger vor der Nase, die Köderbox mal wieder aufs Autodach gestellt und verloren. Aber danke der Nachfrage…..“

Ich entscheide mich für Variante C:

„ Hmmm……“

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass ein Wiederholungfehler nicht immer zu verhindern ist.

Und auch kleine Bachforellen,

machen im Drill große Wellen!

Peng!!!

alb_kleinDas Geheimnis des Schneiderns liegt daran zur falschen Zeit, am falschen Ort, mit dem falschen Köder zu sein! Und diesen Zustand beherrscht momentan keiner so gut wie ich selbst.

Nach vielen weiteren Schneidertagen, fand ich (immerhin) Bärlauch am Rhein.

Als ich die Bärlasuchsuppe, meinem Sohn serviere, strahlt er mich an:

„ Mama! Die Suppe schmeckt sehr lecker, viel besser als Fisch!…Und Mama…wenn ein Hecht auf einen Zander trifft, frisst dann der Zander den Hecht oder umgekehrt?“

„ Nun..“, meinte ich, „ wenn der Hecht größer ist:……. der Hecht! Der hat ein größeres Maul!“

„ Hmmmm…“, überlegte mein Kleiner,“ dann wäre ich gerne ein Hecht!“

„Warum??“ frage ich nach.

„ Naja…dann würde ich alle Zander im Rhein schnappen und sie dir vor die Füße werfen! Dann könntest du endlich mal einen Zander heimbringen!“, antwort er und schaut mich mitleidig an.

Der saß!!

Am Abend schaute ich mir eine Blinker DVD an. Irgendnein Teamangler hatte gerade einen Zander an der Leine!

Als meine Tochter zufällig vorbeikommt, ruft sie ihren Bruder : „Schnell!!! Komm!!! Im Fernsehen fängt einer nen Fisch!!“

Als dieser um die Ecke spurtet, schaut er sich die Landung an und kontert:

„ Ach…das ist ja auch n Mann! Männer fangen immer Fische!“

Der saß auch- und zwar richtig!

Man könnte es sicherlich als dekadent bezeichnen, wenn man frei bekommt, für einen Angelnachmittag der um 14.30 Uhr beginnt und (dank Zeitumstellung) …… und auch noch 1 h später endet als üblich…. Und vor allem, wenn das Auto dabei, mit den drei Sachen vom aktuellen deutschen Vize-Meister im Kraftsport-Dreikampf eingeladen wird. Aber nein-der Tag ist erst richtig dekadent, wenn man den vielleicht erfolgreichsten Jäger und Jagdaufseher vom Kraichgau……geschlagene 6 Stunden zum Keschertragen verdonnert.

Geht nicht?

Doch geht! Oder besser gesagt… ist passiert. Und ich habe keinen….wirklich keinen!!! darum gebeten es zu tun.Ehrenwort!

Heute war ich nämlich mit meinem Bruder, der neu den Angelschein hat, an der Alb. Der Beisindex auf Katastrophe (4), heute morgen Regen, 7 Grad Temperatursturz im Vergleich zu gestern, der Wasserstand zu niedrig.

Doch mein Bruder bestand darauf! Und wenn man schon mal angelfrei bekommt von seinem Mann….na dann machte ich mich mal hurtig auf die Socken ans Wasser! Schneidern bin ich ja mittlerweile gewohnt.

Mein Bruder hatte heute eine Begleitung dabei! Meinen Vater!

Und der….. ist eigentlich leidenschaftlicher Jäger….und überlegt sich nun, nach meinem Bruder, ob er ebenfalls den Angelschein machen soll.

„ Ich dachte, ich gehe einfach mal mit und schau mir das an!“

Ein wenig stürzte mir das Gesicht ein! Nicht nur weil mein Vater 1 Stunde Anfahrtweg auf sich nahm und nicht auf dem Jägersitz saß……, sondern mir wurde plötzlich klar, dass er heute 6 h den Kescher tragen muss und wir höchstwahrscheinlich nicht einmal einen Fisch fangen würden.

„ Kein Problem! Ich kenne das vom jagen…“, so mein Papa.

Nun denn! Nach einem ewigen Kilometermarsch an der Alb, 2 Verfolgern und keinem einzigen Anbiss, bekamen wir Hilfe….vom Jäger:

Nach mehrmaligem „ Da vorne….da musst du reinwerfen!“, saß mein Vater nun erschöpft vom laufen, mit dem Kescher auf einem Stein an der Alb.

„ Hat es da etwas Fische drin?“, fragte die dritte Spaziergängerin binnen 15 min.

„ Ja, meinte ich……..und wenn man Glück hat, fängt man evtl. auch einen!“, antworte ich wie immer.

„Das ist wie beim jagen….wissen Sie…..“, erklärte mein Vater.

„ Da vorne sind Wildenten! Peng!!“, meinte mein Vater, „ wenn ich jetzt ein Gewehr hätte und hier jagen dürft….Peng!“

Mein Bruder und ich zogen erfolglos mit der Rute weiter.

Plötzlich ein Rauben an der Oberfläche auf der andern Uferseite. Ich husche schnell zu einer Stelle wo ich zwischen den Bäumen durchwerfen kann.

„Da vorne, Sandra!!! Da Vorne!“ ruft es lauthals,“ da hat was geraubt!!! Schnell!!!“

Noch ehe ich den Köder ausgeworfen habe, steht mein Vater mit dem Kescher da. Fehlanzeige!

Die Forelle wollte weder Spinner, noch Gufi, noch Wobbler, noch Fliege!

Da vorn„ Oh….schau! Eine Nutria!“, rief mein Vater, “wenn ich jetzt ein Gewehr hätte….Nutrias kann man essen- die schmecken gar nicht schlecht.“

„ Oh – ein Kormoran!Die….fressen die ganzen Fische“, ruft mein Vater..“ wenn ich jetzt ein Gewehr hätte…peng!“

Naja, dachte ich, vielleicht gehen wir doch besser zum Rhein….so langsam merkte man meinem Vater an, dass er Entzugserscheinungen vom jagen bekam….und Hunger noch dazu!

Gesagt- getan! Wir gingen zum Rhein. Um die Ecke ist ein Bärlauchfeld. Naja, denke ich, dann komme ich wenigstens mit vollen Händen nach Hause.

Jetzt saß mein Papa mit dem Kescher auf der Steinböschung und beobachtete die Fische.

„ Das wäre mir zu anstrengend…immer die Auswerferei! Wenn ich auf dem Jägersitz bin, dann….“, erklärte er mir.

„ Oh- schnell, Sandra! Schau! Da zwischen den Buhnen!Graugänse! Peng!“

Bis ich die Gänse erkannte, waren sie weg.

„ Aber da!!!! Da hat ein Fisch geraubt!!! Da vorne….da wo das Wasser so strudelt…genau da!!!“, rief er völlig unverhofft.

Gespannt blickten mein Bruder und ich uns an, dann warfen wir die Köder an die besagte Stelle!

„ ….Was ist denn das?Das ist kein Fisch!“, murmelt er plötzlich vor sich her, „ das ist…..

…………ein Kormoran! Schau mal der taucht….und hat auch kein Fisch!“

Ab sofort bekomme ich eine minütliche Berichtserstattung über den Kormoran:

„ …jetzt hat er einen Fisch gefangen!“, „…der hat schon wieder ein Fisch“, „ das gibt es doch nicht…. der hat schon wieder ein Fisch!“

„Wenn ich jetzt ein Gewehr hätte….und hier auf Kormorane jagen dürfte….Peng….das war sein letzter Fisch!“ – dann ist auch schon 1 h nach Sonnenuntergang!

Kein Fehlbiss, kein Zupfer…..nichts! Dann gibt es wohl morgen wieder Bärlauchsuppe!

„ Du kommst morgen zum Essen vorbei! Es gibt Wildschwein! Von mir geschossen!“, so mein Vater.

Nun- Zander gibt es auf jeden Fall keinen.

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass der Jäger lieber Jäger als Angler ist.

Schneider Hoch 14- Die Winter-Chronik des ultimativen Scheiterns am Rhein!

schneiderNein- ich wollte eigentlich nicht darüber schreiben, aber ich tue es jetzt trotzdem- der folgende Text ist allen da draußen gewidmet, denen es gerade genauso geht wie mir. Von Beileidsbezeugungen ist bitte Abstand zu halten:

Anfang Januar bettelte mein kleiner Sohn zu Hause, dass er mal wieder mit Mama eine >Lachsforelle< mit einem Maiskorn angeln will. Also machte sich Mama mit dem 5jährigen auf zum 50 km-entfernten Forellenteich. Als wir um die Mittagszeit ankamen, standen geschlagene 30 Angler in Reih und Glied um den Teich….alle mit leeren Eimern. Das Maiskorn meines Sohnes wollte auch keine Forelle haben! Mama probierte es also mit einem aromatisierten, roten Maiskorn….mit Forellenteig in gelb, grün, rosa, weiss…..mit Gummifischen….mit Spinnern….mit Wobblern…..doch auch Mama angelte in 3 h keinen Fisch.

Nein!!! Mama war der absolute Versager am Forellenteich!!! Aber dafür war der russiche Hobbyangler rechts von uns permanent nur am drillen! Irgendwann schickte er seinen Helfer sogar weg, einen neuen Eimer zu holen!

Frustriert blickte ich hinüber…. eine Pose, 3 Schrotbleie…. und Bienenmaden!

Eigentlich wollte ich nur eine Forelle angeln! Sollte ich nun wirklich eine Dose Bienenmaden kaufen und ne Pose rauskramen? Wegen einer Forelle?

Ich entschied mich dagegen….und so verging eine weitere Stunde in der mein Nachbar 10 und ich keine Forelle angelte! Als dann bei allem Frust von links unten noch ein „Mama ich hab Hunger, muss Pippi, mir ist kalt und wann gehen wir?“ ertönte, packten wir zwei schließlich unsere Sachen.

Schneider!!! Am Forellenteich!!!

Wochenlang versuchte ich im Januar einen Fisch zu landen. Erfolglos! Nein- nicht einmal ein Fehlbiss konnte ich verzeichnen. Weder auf dem Boot- noch vom Ufer aus.Weder mit Wobbler, mit Gummi noch mit Drop-Shot!

Der Wasserstand katastrophal niedrig, unberechenbares Wetter, Kälte!

Eines Donnerstags-Früh, das Wasser stieg binnen kurzer Zeit von 4,20 m auf 6,70 m-versuchte ich schließlich (mal wieder) mit Angelfreund Gunther mein Glück am Goldkanal.

Und wie üblich- ging ich mal wieder Schneider nach Hause. Obwohl Gunther (- wie üblich-) felsenfest davon überzeugt war, dass heute etwas beißen würde.

Der einzige wahre Trost als Angler, ist und bleibt das geteilte Leid mit dem Mitangler der auch nichts fängt.

„Weißt du was?“, ich fahr jetzt weiter in den Schwarzwald und hole mir ne Forelle aus dem Forellenteich, meinte ich zum Abschluss zu Gunther. Völlig verständnislos blickte dieser mich an! „Dann kannst du auch gleich in die Metro gehen und eine kaufen!“, konterte er.

Nein- konnte ich nicht! Denn ich hatte heute morgen meinem Mann versprochen dass es Fisch zum Abendessen gibt- und zwar selbst geangelten… und wenn ich an den Forellenteich fahre und für einen Fisch eine Dose Bienenmaden kaufen muss!

Ja…. so war das! Und nun schlug die Stunde der Wahrheit, in der ich mich erneut der Herausforderung stellen musste am Forellenteich eine Forelle zu angeln!

Mit meiner kompletten Köderbox, einer vormontierten Posenangel und einer Spinnrute schlug ich also im Kleinenztal auf! Das einzige was ich vergessen hatte, war dass es im Schwarzwald kälter ist als unten am Oberrheingraben. Die Autos die mir entgegenkamen waren teilweise mit Schnee bedeckt. Egal! In 30 min. – so mein Ziel- wäre ich ja wieder im warmen Auto mit meinem versprochenen Abendessen.

Als ich den Laden betrete, schaut mich die Dame hinterm Tresen mit großen Augen an und fragt mich sicherheitshalber nochmals ob ich denn „angeln“ wolle….Den See hatte ich nämlich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt für mich allein!

„Bienenmaden hätte ich noch gerne!“, sagte ich.

„Wir haben leider keine Maden im Moment! Da kaum einer zum angeln kommt bei dem Wetter…“

So stand ich da…. mutterseelenallein am leeren Forellensee…ohne Maden. Die Rutenringe nach 2 Auswürfen eingefroren…die Finger blau!

Kein Räubern an der Oberfläche….nur noch wenige ab und an plätschernde „Restforellen“, die das letzte Wochenende überlebt hatten.

Doch die schwammen alle in Sichtweite um meine Wobbler drumrum als gäbe es sie gar nicht!

Schließlich versuchte ich es mit einem grellen Crankbait.

Bumm! Da hing sie! Die kleinste Forelle die ich je an einem Forellenteich geangelt habe! Egal! Fisch ist Fisch! Der Kescher steif und eingefroren, landete ich das Exemplar das kaum Widerstand zeigte, um festzustellen dass der arme Fisch noch vom Vorgänger eine abgerissene Montage im Schlund hängen hatte!

Zumindest war mir jetzt klar, warum sie nicht so gut genährt war wie der Rest.Traurig setzte ich mich erst mal auf die Bank. Der Fisch tat mir so unendlich leid, dass ich meine Sachen packte und beschloß heute keinen Fisch zu braten. Wäre ich dieser arme Fisch gewesen…ich hätte mich auch auf das Crankbait gestürzt- im Suizidalversuch.

Dann lieber wieder schneidern am Illinger Baggersee.

Die Folgewochen fror ich 2 x 6 Stunden am Rhein, 1 x 5 Stunden am Schmugglermeer und 3 x 3 Stunden am Illinger Baggersee, 1 Stunde am Goldkanal….Endergebnis: Schneider!!!

Am 13.02. machte ich mich zum Endspurt vor der Hechtschonzeit auf die Socken an den überfluteten Rhein bei „Au am Rhein“. Diesmal entschied ich mich für die Taktik „alles oder nichts“ und wanderte mit meiner neuen „ 200-G-Wurfgewicht Shimanorute“ und meiner Box Großköder ans Wasser.

Das Wasser floß über die Straße.

Egal- dachte ich. Im Angelfieber tappte ich mit den Gummistiefeln durch das strömende Wasser.

Köder ran, Rute hoch…….und schwupps, schwappte eine Welle eisiges Wasser in meine Gummistiefel.

Ohne Auswurf, mit nassen Füßen machte ich mich wieder auf den Heimweg, um festzustellen dass barfuß schlecht autozufahren ist.

Am 14.02. bettelte ich zu Hause erneut um 3 Stunden angelfrei! „Ich bin mir sicher, Schatz“, meinte ich zu meinem Mann, „heute beißt mein Last-Minute-Meterhecht“.

So stand ich schließlich um 9.30 Uhr wieder am Rhein! Warf zum ersten mal meine 200-g-Wurfgewichtrute mit dem 200 g-Großköder aus….um festzustellen dass die Rute, zu schwer und zu lang für einen Angelzwerg wie mich war!

Die Rute eierte nach hinten, der Köder irgendwie zur Seite….und als ich die Schnur loslies, flog mir das Wurfgeschoß um die Ohren und landete im Baum.

2 Minuten später kamen meine 2 Angelkollegen von den Rheinhunters.

„ …dafür brauchst du eine Jerkrute….und ne Baitbastrolle!“- so der Tipp des Tages. Stimmt!

Die Frage ist nur wie ich meinem Mann erkläre, dass ich ne neue Rolle und ne neue Rute brauche wo ich sogar am Forellensee schneidere.

Mit dem Last-Minute-Hecht wurde es auch nichts! Mit der Rute warte ich bis zum Geburtstag.

Aber dafür….dafür……gönnte ich mir bei Topwater Production ein 18-Euro teures Stickbait. Schließlich hatte ich seit Wochen mal wieder einen Fisch rauben gesehen. Und das war ein Rapfen!

Und der würde garantiert auf das Stickbait beißen….und dank der messerscharfen Drillinge- war ich mir sicher- würde es dann kein Fehlbiss geben!

Augeregt stehe ich am Ufer an einem Mündungsbereich.

Der Rapfen ist präsent- und raubt!

Auswurf des Stickbaits!—–Der Köder hängt irgendwo fest zwischen Steinen……ruckeln…schnalzen lassen….nach rechts…nach links laufen……Abriss!

 

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass Angeln manchmal auch ernüchternd ist.

Shopping-Desaster

köderAn meinem Geburtstag letztes Jahr wünschte ich mir von einer meiner Freundinnen einen Wobbler.

Aufgebracht drückte sie mir einen Wobbler in die Hand, dessen schicksalshafte Bestattung im Rhein ,bereits 3 Tage später erfolgen sollte.

Begeistert packte ich das Paket aus, während ich mir im Hintergrund anhören musste….

Sie: „ Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wegen dir einen Angelladen betreten!“

Ich: „ Und wie wars ?“

Sie: „ Ich dachte ich bin auf nem andern Planeten! Vor der Theke waren alle über 80 Jahre alt und dahinter waren sie volltätowiert! Und dann……dann fragt der mich auch noch was für Fische du angelst- wegen diesem….wie heißt das Ding?“

Ich: „Wobbler!“

Sie „ Der fragte mich ob du Hechte angelst…. Dann sagte ich ihm aber Nein! Ich meine duuuu angelst doch keine Hechte! Was denkt denn der? Und dann fragte er mich nach Zander! Er hat mir jetzt einfach die zwei hier mitgegeben!“

Ich: „Perfekt! Einer für Hecht und einer für Zander!“

Sie: „Was hast du mir nur angetan! Das war das UN-SEXIESTE was ich je irgendjemandem geschenkt habe!“

Es geschah vor Weihnachten 2015…. meine Eltern, Freundinnen und mein Mann fragten mich mal wieder was ich mir denn so zu Weihnachten wünsche.

Naja, dachte ich mir- am besten suchst du diesmal ein paar schicke Kunstköder beim amazon.de heraus und setzt sie auf deine Wunschliste!

1 Stunde klickte ich mich eines vorweihnachtlichen Abends durch den Internetshop. Im Shoppingwahn fand ich zahlreiche „ nie gesehene“ Wobbler und Gummifische…..

Und die lagen an Weihnachten alle (!) unter dem Baum!

Insgesamt 14 Stück…..Vielleicht hätte ich mich nicht auf das Bildchen verlassen sollen, sondern mich auch für die Größe und das Wurfgewicht interessieren. Manchmal – nein – Meistens kann es nämlich sinnvoll sein den Kopf einzuschalten.

Und so bin ich nun im Besitz von ca. 10 Wobblern um die 20 cm und 4 Hybridköder mit um die 100g Wurfgewicht! Auf deutsch: Ich brauche eine weitere Rute!

Parallel bestellte ich mir 3 Packungen Keitech-Gummifische in einem Online-Shop, in einer Farbe die ich im Angelladen nicht mehr bekommen hatte.

Seitdem weiß ich dass 5,8 Inch nicht 5,8 cm sind!

Im nächsten Jahr habe ich somit (zwangsweise) die perfekte Ausstattung für die Jagd nach Großhechten.

Als ich heute dringend ein paar Utensilien für meinen morgigen Angeltag brauchte, verzichtete ich somit freiwillig auf eine weitere Internet-Bestellung und schickte meinen Mann auf dem Weg ins Büro im Angelladen in Karlsruhe-Durlach vorbei.

Er: „ Guten Tag! Ich habe hier einen Zettel mit Sachen, von denen ich keine Ahnung habe, was es ist. Aber meine Frau braucht sie zum angeln!“

Als er den Angelladen mit seiner Ware wieder verlässt, hört er noch ein Grummeln zum Verkaufskollegen hinter der Theke:

„ … Hast du schon mal sowas erlebt? Ein Mann der keine Ahnung hat vom angeln und für seine angelnde Frau einkauft?“

Kopfschütteln.

Zu Hause bekomme ich meine heiße Ware…. oder ums mit den Worten meiner Freundin zu sagen: … das unsexieste was man(n) einer Frau besorgen kann.

 

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Bist du lesefaul – kauf da wo du siehst wie groß dein Köder ist.

Besinnliches

schmugglermeer

Über die Weihnachtsszeit, wo wir in Karlsruhe um die 15 Grad Celcius hatten, war auch meine Familie gelegentlich beim angeln mit dabei. Selbstverständlich fütterten meine Kinder die Raubfische fleißig mit Kieselsteinen an.

Nach den vielen letzten Schneider-Tage- nein Wochen- liegt die gefühlte Chance, beim derzeitigen Rheintiefstand einen kapitalen Fisch am Rhein zu landen, ungefähr so hoch wie die Chance dass mein Sohn versehentlich einen Meterhecht im Wasser mit einem seiner Kieselsteine erschlagen hätte….Hat er aber nicht.

Mit andern Worten… ich hätte ( was den Fangerfolg betrifft) genausogut auch in der Badewanne angeln können.

Das bitterste daran ist, wenn man dann zu allem Übel noch sieht, was der Berufsfischer an Meterfischen mit seinen Netzen aus dem Schmugglermeer herauszieht, wo ich Tage zuvor den ganzen See mit dem Boot abgeschleppt habe…. und wenn der Berufsfischer da war- dann geht erfahrungsgemäß 2 Wochen gar nichts mehr.Nicht mal eine Schwarzmundgrundel will da an den Haken.

Aber was tut man nicht alles…. wenn die Sonne scheint und wenn man soooo viele (!!!) neue und tolle Köder zu Weihnachten geschenkt bekommt…..

Da ich mir in der besinnlichen Zeit also nicht mehr so viele Gedanken machen musste, über einen Wobblermangel und über Fische ,nun- da machte ich mir meine Gedanken über meine Angelerlebnisse des letzten Jahres.

Da waren manche Angelguides, die auch bei uns am Rhein aktuell (wo bei gar keinem was beisst) garantiert einen „ mental gefühlten“ (Fehl-)biss nach 3 Minuten hätten, im Sinne von :

„ Ouuuuh…. ich hatte n Biss“

„ Ouuuh….. das war n Großer“

„ Ouhhhh…..verdammt…. da hat´s wieder gebissen….das war ein Zander!!!“

Und da waren die Galeristen…. bei denen ich zuerst deren Fangbild-Ausstellung bewundern durfte…nein musste…. ehe ich angeln durfte….nein….nicht mehr angeln wollte.

Aber am schönsten, war es die Angelerlebnisse mit wirklich tollen Menschen zu teilen:

Mit denen die einem mit einem verkniffenen Lächeln auf dem Gesicht den Wobbler aus den Haaren entfernten, die mit mir ihre Lieblingsangelplätze und ihr Boot teilten, die mich mit einem Grinsen auf dem Gesicht Huckepack nahmen damit ich meine Montage von der Spitze des „BADEN VERBOTEN“ -Schildes am Rhein entfernen konnte….. und die, die mit mir bei Minusgraden ihren warmen Tee am Land und auf dem Wasser teilten, z.B. weil meine Sprudelflasche eingefroren war.

Zumindest dem Wald ist das Niedrigwasser egal, denn wenigstens mein Vater hat die Tage ein Wildschwein erlegt. Oder wie wir es intern kommunizieren „ einen Hecht geschossen“.

Mal sehen ob ich bald wieder ein „Wildschein“ angle.

Und die beste Erkenntnis dieses Jahres?

Die hatte ich letzte Woche: Meinen feuerzeugbenzinbetriebenen Taschenofen….Ich habe es trotz Minusgraden nämlich tatsächlich 3 Stunden am Wasser am Wasser ausgehalten-auch wenn ich gefühlte 50% der Zeit die Hände in den Taschen hatte 😉

Auch wenn er mir 5 min. Ärger einbrockte weil ich ihn fälschlicherweise in der Küche aufbewahrte, wo er so ziemlich alles nach Benzin vollstank….Er darf sich ab sofort in die Liga meiner Angelfreunde einreihen.

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass ein Taschenofen nichts für die Wohnung aber Gold für kalte Hände ist!

 

In diesem Sinne, einen guten Rutsch und frohes neues, fischreiches Jahr!

Coming Out ;-)

ja … ich schreibe gerne….Manchen Menschen gefallen sogar mein Blogeinträge – und das obwohl ich wirklich nicht zu den erfolgreichsten Anglern des Angelvereins gehöre.

Am meisten Gefallen finden auf Facebook komischerweise die Geschichten wo ich die wenigsten Fische fange…Der lebende Beweis dafür, dass es beim angeln tatsächlich nicht nur ums Fische fangen geht.

Monatelang hatte ich dem Chefredakteur des „Carp and Fun“-Online-Magazins einen Artikel zu meinem Blog versprochen. Der Hauptgrund dafür, dass ich es in dem letzten halben Jahr nicht zustande gebracht habe, war die Tatsache dass ich meistens alleine angeln war und dadurch so gut wie keine (brauchbaren) Fangbilder hatte.

….Ok, ich gebe es zu – in 80 % der Fälle hätte es kein Fangfoto gegeben, weil ich (wie üblich) mal wieder überhaupt keinen Fisch gefangen habe….

Und wenn man auch noch wie ich stur darauf besteht, sich nur mit selbst gefangenen Fischen ablichten zu lassen… dann dauert es eben manchmal etwas länger.

Im Sommer erreichte mich schließlich die Nachricht, dass ab Januar 2016 vom selbigen Verlag das zweite Online-Magazin – jedoch für Raubfischangler – „Räuber & Co“ herauskommen soll.

Und so angelte ich Woche für Woche … mit dem Chefredakteur an der Seite, mehr oder minder erfolglos am Rhein. Gebissen haben die kapitalen Fische natürlich dann, wenn (mal wieder) kein Fotograf vor Ort war.

Das Gute dabei, wenn der Fotograf ein Karpfenangler ist, er hat Geduld – mehr als ich es als Spinnfischer jemals haben werde.

Und Geduld wird belohnt…. Bereits bei der zweiten Foto-Tour mit dem Ruderboot, biss nun endlich ein brauchbarer Hecht…. und der beförderte mich nun auf die Titelseite des neuen Online-Magazins.

Ok ich muss zugeben der Hecht kommt besser auf dem Cover raus als ich … aber hey – Cover ist Cover.

Wer hätte das gedacht? Ich auf der Titelseite eines Magazins?

Stolz wie Oskar versende ich das Cover via WhatsApp an meinen (überwiegend) nicht angelnden Freundeskreis.

Die Kommentare: Unbezahlbar (an Tagen an denen es einem stellenweise zum heulen ist)

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Via WhatsApp:

„ Cool…. wer hat denn das für dich gebastelt? Sieht ja fast aus als wäre es ´n echtes Cover!“

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Auf der Weihnachtsfeier am 18.12.2015:

„Du sag mal….ich hatte keine Brille auf….! Was hast du denn da für n Latexfummel auf diesem Räuber-Heft an? Und was ist das für n Räuber-Heft?“

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Auf dem Weihnachtsmarkt am 19.12.2015:

„ Unglaublich…… die Sandra….. auf dem Cover einer Zeitung mit einem Karpfen (!!!?)“

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Mein Sohn am 18.12.2015

„ …also meine Lachsforelle die ich mit dem Maiskorn geangelt habe, war aber größer ….“

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Nachricht via Facebook Messenger am 18.12.2015

„…..jetzt bekommst du bestimmt viele kostenlose Mitgliedschaften in Anglervereinen mit nur 1 Person“

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Anruf am 18.12.2015

„….hab gehört dass du in nem Latexkleid mit nem Fisch auf so einer komischen Zeitung bist…!“

Ich: „Das ist ein Fleecepulli! Und das Magazin ist ein seriöses Anglermagazin“

„ Ahh…..sowas wie ein Angler-Playboy. Nur halt mit Fischen und Fleece-Pullis?….. Pervers!“

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Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass ein Hecht kein Karpfen und Fleece kein Latex ist.

Raubfischfütterung im Schmugglermeer

barsch leberfisch

Es war kalt am Donnerstag! Bitterkalt! Eigentlich hätte ich 1 Stunde vor Sonnenaufgang an den Rhein gehen können und meine nachgekauften Wobbler versenken….aber diesmal hatte ich eine wichtigere Mission!

Die Mission hieß: Bastelköder Version 2.0.

Version 1 hatte ja schon einen meinen PB-Riesenhecht gefangen…..aber Version 2- da war ich mir sicher- würde mir den Fisch meines Lebens bringen.

Da Blut ja bekanntlich Hechte anzieht und man in England angeblich mit Schnitzel einen Esox fangen kann, kam mir die glorreiche Idee einen Köder aus blutreicher Leber zu basteln.

Das Material dazu holte ich die Woche zuvor bei meinem Vater ab, der mir als Jäger problemlos eine riesige Wildschweinleber besorgen konnte.

Nach dem Frühstück begann ich also in feinster Handarbeit aus meiner Wildschweinleber einen blutigen Köder zu nähen. Da ich nicht gerade die ruhigsten Hände habe, dauerte die Aktion ungefähr eine dreiviertel Stunde. Das Ergebnis was nicht nur optisch beeindruckend, sondern hatte im Freiversuch auch eine durchaus ansprechende Laufeigenschaft.

Sollte die Aktion scheitern hatte ich noch jede menge andere Waffen dabei! Neue Riesenwobbler zum schleppen, neue Gummiköder….u.v.m.

Es war das erste Mal dass ich alles dabei hatte- den Angelschein, die Köderbox, die Angel….ja sogar an eine Ersatzangel und an eine Flasche Wasser zu trinken habe ich gedacht!

Um 8.30 Uhr ging es mit meinem Angelkumpane raus aufs Schmugglermeer.

Um 8.45 Uhr fiel mir auf dass ich wohl doch etwas vergessen hatte: meine warme Hose. 🙁

Während meine Lippen die Farbe schon von rot auf blau wechselten reichte man (n) mir seine Decke. In dieser eingemümmelt warf ich rechts und links vom Boot zwei Schleppköder aus.

Beachtung fand keiner- dafür blickte ich vor lauter Kälte und Ruten nicht mehr im geringsten wo sich welcher Köder und welche Schnur gerade befand.

Ich entschloss mich also doch bei einer Rute zu bleiben! Und die bekam nun meinen ultimativen Leber-Köder!

Ich war mir sicher: Ein Auswurf und das Ding wird binnen Sekunden nach dem Aufkommen auf dem Wasser mit einer unbarmherzigen Hechtattacke genommen!

„ Pass auf- dass kein Wels beisst! Die mögen Leber!“, wurde ich gewarnt.

Egal! Mit meiner Sportex würde ich heute auch einen Riesen-Wels ausdrillen!

Auswurf!!! Und………

Mein Leberfisch löste sich durch die Wucht des Auswurfs von der Montage und landete auf dem Grund.des Sees.

Langsam kurbelte ich die Schnur ein.

„ Nein….. nein…..bitte nein…..!“- mehr hatte ich nicht mehr zu sagen. Ich hätte weinen können.

Das wars! 45 min pseudochirurgische Näharbeit….Da lag mein Megaköder nun im Wasser!

„ Die Fische freuen sich bestimmt darüber! Wetten dass die Leber schon gegessen ist?“, frozelte es mit einem süffisantem Lächeln von der andern Bootsseite.

Wäre das Boot kein Boot sondern ein Auto gewesen- ich hätte meinen Mitangler gebeten augenblicklich anzuhalten damit ich ein Runde brüllend um den Block laufen kann.

„ Komm´- probier mal den! Den Sebile-Wobbler – der wurde zum Köder des Jahres gekürt!“, meinte mein Gegenüber und reichte mir einen dicken Wobbler im Firetiger-Design.

Das Ding lief tatsächlich wie eine eins, sank langsam und ohne Tauchschaufel in die Tiefe und lies mich meinen Köderverlust (fast) wieder vergessen.

„Bämm!“. Ein Anbiss??? Doch statt dem erwarteten Fisch bewegte sich dann doch das Boot.

Mist- ich hing mit dem fremden Wobbler an einem Ast im 12 Meter tiefen Wasser!

Ruckeln, schnalzen lassen bei offenem Rollbügel, mit dem Boot drüberfahren… nichts brachte was!!!

Ein weiteres zupfen und ziehen- Ratsch—– das wars nun auch mit dem „Köder des Jahres“!

Mein Mineralwasser bildete mittlerweile Eiskristalle.

Plötzlich schwimmt ein Fisch in 6 Meter Entfernung an der Oberfläche! Die Bauchseite nach oben gedreht!

„ Ein Fisch!“, schreie ich.

„ …der ist tot!“, ertönt die nüchterne Antwort!

Langsam rudern wir zu dem Totgesagten, der als er direkt vor dem Boot schwimmt noch einmal mit letzter Kraft zaghaft mit einer Flosse schlägt.

Die mir auf den ersten Blick unbekannte Fischart scheint bestimmt von einem Kormoran massiv attackiert worden zu sein. Als ich mir den Fisch von Nahem anschaue, schlägt er dreimal kräftig mit der Schwanzflosse und schießt mit maximaler Geschwindigkeit auf und davon in die Tiefen des Schmugglermeers.

Das war´s!

An einem Tag an dem selbst totgesagte Fische wieder zum Leben erwachen um das Weite vor mir zu suchen….an einem solchen Tag ist es besser eine Tasse Tee trinken zu gehen.

Ich verabschiedete mich also vom Schmugglermeer.

Freitag nähte ich einen zweiten – verbesserten Leberfisch und zog ihn 2 Stunden alleine durch sämtliche Hecht-Hot Spots in Karlsruhe und Umgebung. Erfolglos!

Samstag-Früh gab ich gemeinsam mit Angelfreund Gunther dem Illinger Baggersee nochmal eine Chance. Nein—- ich lies mich besser gesagt überzeugen. Denn Gunther fasste sich in einer selbstsicheren Aussage kurz: „ wir werden heute garantiiiiiertttt einen Fisch fangen“ und „ duuuu wirst es schon sehen!“…. und „ ich habe da ein richtigggg guuuutes Gefühl!“…… Da war ich aber noch skeptisch- denn den Spruch habe ich schon mal von ihm gehört- letzten Sonntag- und da stand ich vom Regen durchgeweicht bis auf die Knochen dann Schneider da. Und er auch!

Nein- der entscheidende Satz war „…Nimm deinen neuen Leberköder mit!“

Leberköder-Version 2.0 war nämlich nun stabilisiert durch ein Zitronennetz und auswerfbar mit guten Laufeigenschaften!

Version 2.0 fand Samstagmorgen jedoch keinen Anreiz bei den Fischen.

Und während Gunther mich daran erinnerte dass ich auf die Sportex aufpassen soll—-und den Gummiköder vor der Steinpackung rechtzeitig hochziehen soll….verlor er am Ende selbst ne ¾ Packung Köder im Gewässer. Obwohl ich nur halb soweit auswarf wie er, Fehler beim absinken und einkurbeln des Köders machte…..plötzlich ein „Tock“.

„ Mein erster Zander!“- dachte ich ( schließlich war es noch kurz vor Sonnenaufgang) und konzentrierte mich höllisch vor lauter Vorfreude darauf die Schnur auf Spannung zu halten.

„ Kescher!!!! Ich hab n Fisch dran!“- brülle ich.

Gunther blickt mich fragend an. Als ich erneut den Kescher verlange, folgt ein „ Im Ernst???“.

Dann sprintet er zum Kescher und legt ihn zur Landung ins Wasser.

Das „Tock“ – war ein Barsch.

Hauptsache ein Fisch!—–Vor Freude springe ich im Dreieck.

„ Was glaubst du wie viele das noch beißen, wenn es jetzt richtig losgeht?!“, meint Gunther.

Als ich das Wasser verlies, wusste ich es. Gar keiner mehr!

Aber Gunther hat zumindest gehalten was er versprochen hat.

Und ich ging mit 2 Fischen nach Hause…. meinem Barsch und meinem Leberfisch.

Und was lernen wir aus diesem Mist?

Dass mit nem Leberfisch –-noch nicht—- optimal zu angeln ist.

––>Ich arbeite dran 😉

Allein und verloren am Rhein

annoDie letzten Wochen habe ich meinen Kopf irgendwo, aber nicht da wo ich ihn eigentlich brauche.

Vor 3 Wochen legte ich meine Köderbox aufs Autodach als ich den Kescher in den Kofferraum legte. Auf der Heimfahrt fiel mir dann ein, dass die Köderbox noch auf dem Dach lag. Dummerweise  lag sie da nun eben nicht mehr….und gefunden habe ich sie auch nicht.

Nun- zumindest einen guten Vorsatz für 2016 hatte ich schon mal 2015 erfüllt…ich habe ( wenn auch unfreiwillig) meine Köderauswahl verkleinert.

Da ich keine Zeit fand in den Angelladen zu gehen, bestellte ich vor 2 Wochen im Internet Gummifische….wegen der Versandkosten natürlich gleich n 10er Pack. Immerhin waren sie im Angebot….und sowas von schön!

Dazu einen gut aussehenden Wobbler- wohlgemerkt einer- keine 5.

Da ich aber im Schreiben talentierter bin als im Lesen, staunte ich nicht schlecht als die Lieferung kam und mich im Karton 10 Packungen Gummifische in Handflächengröße sowie ein Wobbler mit 85 g (!) anlächelten- der mir beim anschließenden auswerfen erst um die Ohren flog und dann vor die Füße.

Samstag früh wagte ich mal wieder erfolglos den Kilometermarsch über die Steinbuhnen auf die andere Seite des Rheinhafens. Diesmal mit meiner neuen Sportex-Rute- auf die  alledings auch keine Fische beißen wollten.

Meine bislang teuerste Rute die ich besaß, unversehrt und ohne Sturz über die mehrere Hundert Meter Steine zu transportieren, erwies sich als eine wahre Herausforderung. Als ich endlich am Angelplatz war, hatte ich soviel Adrenalin im Blut wie nach einem Hechtdrill.

Der Weg zurück ebenfalls Stress vom Feinsten.

Am Auto dann einen Kurznachricht von meinen beiden Mitanglern auf dem Handy:

“ Wir haben hier eine Köderbox gefunden!“

Ooh- denke ich. Meine? Nein- meine habe ich doch vor 1 Woche auf der Straße verloren!

Apropo- wo ist eigentlich meine  Köderbox von heute?

Als mich am selben Tag dann noch die Fangmeldung von Mitangler Holger erreichte mit einem Zander und einem Hecht….. beschloss ich Sonntag früh wieder um 5 Uhr aufzustehen! Nikolaustag hin oder her.

Zeit hatte keiner- entweder war man(n) am Vortag auf der Weihnachtsfeier des Anglervereins ….oder man(n)  musste auch mal ausschlafen.

Dafür bekam ich eine Menge nützlicher Ratschläge:

“ Probier´s mit schlanken Wobblern auf Zander vor den Steinbuhnen!“

“ Nimm Gummifische am Jigkopf….mit Wobblern fängst du nichts!“

“ Momentan geht nur toter Köderfisch!“

Na prima!

1 h vor Sonnenaufgang stand ich am Rhein- mutterseelenallein!

Ich verlies mich auf den der die meisten Fische gefangen hat in letzter Zeit und zog den Wobbler durchs Wasser!

Bämmm!!!! Anschlag!!!! Ein Hänger?……Ja ein Hänger!

Ratsch!!!…… Wobbler einschließlich Montage im Wasser verloren.

10 Minuten binde ich eine neue Montage….es ist schweinekalt! Die Finger sind rot.

Zweiter  Wobbler raus…… nichts tut sich. Zweiter, dritter, vierter Auswurf.

Bämm!!!! Da hängt er wieder….diesmal 50 cm entfernt in der Steinböschung vor meinen Füßen!

Es ist mein letzter Zander-geeignter Wobbler!

Einen Moment überlege ich…Ich habe keine Gummistiefel an…..dann denke ich wieder an meinen letzten Wobbler.

Na gut!

Ich  laufe bis 20 cm vor den Stein an dem der Wobbler hängt….das  Wasser läuft in meine Schuhe! Sch……!!!!

Dann ziehe ich die Jacke aus, den Pulli, den Fleecepulli und greife im Unterhemd bis zum Oberarm unter den Stein….Dummerweise war mein Arm zu kurz.

Als ich an der Schnur ziehe macht es Ratsch!!! Wobbler Nummer 2 ist im Rhein begraben.

Mein Arm ist rot vor Kälte….. die Finger mittlerweile blau!

Ein Königreich, hätte ich jetzt einen Taschenofen.

Als ich wieder angezogen am Ufer sitze und 25 min. erfolglos versuche mit gefrorenen Fingern in der Dunkelheit eine Montage zu binden…wird es mir zu viel, schmeiße meine Köderbox auf den Boden und brülle zweimal lauthals das bestimmte Wort das ich meinen Kindern zu Hause immer verbiete!

Danach geht es mir besser…….und es ist hell!

Naja… kannst ja deinen XXL-Gummifisch nehmen…hast ja genug davon, denke ich!

Nach einem Auswurf ist auch dieser weg!

Ich hake einen kleinen Gummifisch drauf und ziehe ihn mit der Faulenzermethode über Grund! Nach dem zweiten Auswurf hängt auch der!

Das Wasser im Schuh beginnt bei jedem Schritt zu quietschen….meine Waden sind von den nassen Hosenbeinen so blau wie meine Finger!

Ich beschließe nach Hause zu gehen.

Das Handy bimmelt:

“ Ich wünsche dir einen schönen Nikolaus!“

– Hm….kann ich den auch gegen nen kapitalen Zander tauschen?

Zu Hause habe ich eine Überraschung in meinem Adventskalender…. was es war verrate ich nicht…..aber die Freude ist nicht weniger, als hätte ich heute Morgen soviele Zander gefangen wie Wobbler verloren.

 

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass ein Einkauf im Internet mit Lesen verbunden und ein Wobbler schnell verloren ist.

 

 

In diesem Sinne- euch allen einen schönen, hängerarmen Nikolaustag- mit oder ohne Fisch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Orientierungslos mit beheizbaren Innensohlen

1In Karlsruhe bei der Einfahrt zum Rheinhafen braucht man am Wochenende manchmal Platzkarten. Gefangen habe ich dort im Laufe meiner Anglerkarriere genau 1 Barsch und der war kleiner als meine Handfläche!

Nun ja…letztes Wochenende als der Kälteeinbruch über Karlsruhe kam, das Wasser stieg, der Vollmond nahte und der Beissanzeiger grünes Licht gab….war klar dass es heute ans Wasser gehen müsste.

Morgens um 6 Uhr heizte ich bereits den Akku meiner neuen beheizbaren Schuhsohlen vom Aldi auf! 40-50 Grad sollten die dann warm sein…und das über mehrere Stunden!

Gibt es was besseres für Gummistiefel?

Und da ich ja grundsätzlich für jede neue Angelstelle zu haben bin, schloss ich mich (mit meinen beheizbaren Sohlen)  Holger und Andreas von den Rheinhunters an. Die wollten nämlich auf die andere Seite der Rheinhafenmündung laufen. Nein—–nicht fahren—– dahin muss man laufen, und das geschlagene  25 min. zum Teil über wackelige Steinböschungen!

Ohne Plan, wackelte ich den beiden also mit meiner Rutentasche über Stock und Stein hinterher. Wie beim Schulsport war ich auch hier mal wieder die Letzte.

Das Wetter- eiskaltttttttttttt. Klirrende Kälte zog über den Rhein.

Davon abgesehen dass der Akku am Gummistiefel leuchtet, durfte dieser ja nicht mit Wasser in Berührung kommen. Ich entschloss mich also den Akku zu entfernen und zu frieren.

„Schau mal, Holger- da ist der Gunther auf der andern Seite!“, sagte Andreas.

“ Ist das der Gunther den ich auch kenne? Seid ihr sicher?“, frage ich nach

“ Ja!“, meint Holger, “ der hat doch ne Sportex, siehst du das nicht?“

Irgendwie ist es bei Anglern und Ruten so ähnlich Frauen mit Handtaschen.  Nur heißt es da nicht „ich hab ihn an der Sportex „, sondern “ ich habe sie an der Chanel-Tasche erkannt“.

Als ich auf die andere Uferseite winke, drillt Gunther gerade einen riesigen Fisch.

„Ganz schön groß- der hat n Hecht dran!“- so die Männer.

Hm…war ja klar, dass ich wieder auf der falschen Uferseite war. Gunthers Rute…. nein…Verzeihung…Sportex….. biegt sich im 90 Grad-Winkel….alle Angler blicken auf den Wahnsinnsdrill! Und dann ist der Fisch plötzlich weg….

“ Der schwimmt wieder…“- so die Männer.

Ich beschließe die Drop-Shotmontage gegen Wobbler auszutauschen. Wenn Gunther n Hecht fängt mit nem Gummi …dann kriege ich auch einen mit nem Wobbler, denke ich mir.

Nach 2 verlorenen Ködern waren meine Finger zehnmal so kalt wie meine Füße. Rumms….da hing bei Andreas ein Zander am Gummi!

Bei Holger biss auch einer- nur leider ein untermaßiger. Nur bei mir…biss wieder nichts.

„Was war vorhin mit dem Hecht?“ schicke ich ne Kurznachricht an Gunter.

Eine Antwort bekomme ich nicht mehr- der Akku meines Handys ist alle!

Da ich als einzige keine Kopflampe dabei hatte und keinen zeitlichen All-You-can-tackle-Freischein- machte ich mich vor Einbruch der Dunkelheit (schneider) auf den Rückweg.

Über die Steinbuhnen, links…an dem ENBW-Gebäude vorbei, über den Einlauf……und geradeaus…..oder war es links?

Ohne Handy kann ich weder Holger anrufen noch Google-Maps um Rat fragen.

Ich beschließe geradeaus zu gehen….an Seen und Auenwäldern vorbei….irgendwo auf dem Rheindamm im Nirgendwo. Nach 40 min. Fußmarsch wird meine Angelausrüstung richtig schwer… und vor allem….es wird dunkel!

Kurz vor dem Rheinstrandbad-Parkplatz bin ich mir sicher- das war der falsche Weg.

Völlig orientierungslos laufe ich den gesamten Wald ab… immerhin mit (dank Akkus) warmen Fußsohlen.

Ich beschließe zurück zu laufen als ich irgendwann einen mir bekannten Weg entdecke.

Wie heißt es so schön: Wer orientierungslos ist, sieht mehr von der Welt.

Völlig erschöpft  erreiche ich das Auto! Als ich das Handy in das Ladekabel stecke, erreicht mich zuerst Gunthers Antwort:

“ Hecht???Eine Plastiktüte!“, kommt als Antwort „aber gekonnt gedrillt dass jeder dachte es sei ein Fisch :-)!

 

 

Was lernen wir aus diesem Mist?Dass manchal eine Sportex von einer Shimano-Rute – nicht aber eine Plastiktüte von einem Hecht zu unterscheiden ist.

 

 

 

 

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