Author Archives: terminetrix

„Vermurgster“ Donnerstag :-(

murg1 murg2 murg3„Du gehörst ins Bett!“, sprach heute morgen mein moralischer Engel auf meiner Schulter zu mir, als ich mit einer ordentlichen Nasennebenhöhlenenzüntzündung aufwachte.

„Nein- das ist deine letzte Chance dieses Jahr deine erste Bachforelle in der Murg zu landen! Ab 1. Oktober ist Schonzeit!“ konterte mein Angelteufel auf der andern Seite.

“ Du bist krank und hast die halbe Nacht nicht geschlafen weil du wieder gemeint hast Aktenzeichen XY anzuschaunzu müssen! Dein Mann gibt dir am Wochenende bestimmt nochmal ein paar Stunden angelfrei!“, sagte mein Engel.

“ …Das glaubst du wohl selbst nicht!“, giftete der Angelteufel ihn an, “ außerdem….du hast dir extra die Karte für die Murg besorgt ! Das Wetter ist perfekt…. und gegen Kopfschmerzen gibt es Paracetamol!“, giftete der Angelteufel zurück.

Zu diesem Zeitpunkt stand ich bereits startklar in Gummistiefeln vor dem Auto. Irgendwie war mir der Angelteufel heute sympathisch.  😉

Fleißig hatte ich bei meinen Ködern die Widerhaken abgedrückt und mir die Adressen der Parkplätze und möglichen Hot Spots herausgeschrieben.

Wäre ja alles optimal gewesen- wenn mein GPS-Sender am Handy nicht versagt hätte…. und ohne Google Maps bin ich mittlerweile im Straßenverkehr verloren.

Mit 1 Stunde Verspätung kam ich schließlich da an wo ich angeln wollte.

Zuerst stellte ich mich unter eine Brücke mit einer Höhe von 1,65 m. Ich war mir sicher- hier könnenaußer mir nicht viele Angler aufrecht angeln…. Vor mir stiegen nämlich an einer Stelle permanent die Forellen hoch.

Naja- zumindest so lange bis ich merkte, dass es keine Forellen waren, sondern das Heruntertropfen von gefrorenem Eis (!) der Brücke was da seine Kreise zog.

Ich wechselte also die Stelle. Blinker rein und…….Blinker hing am Stein. Nach 10 min. verlor ich meinen nagelneuen Köder!

Zweiter Auswurf mit einem Spinner! Ein Stop! Kraut??? Hänge ich???

Nein- da war sie nach 12 min.: Meine erste Bachforelle in der Murg hatte gebissen!

Das schöne große Exemplar hing nun an meinem Schonhaken……Aufgeregt drillte ich sie an Land als ich sie wenige Meter vor meinen Füßen verlor!

Nervlich am Ende setzte ich mich erst einmal ins Gras- Blinker und Forelle verloren in 12 Minuten! Dummerweise war das Gras nass….und meine Jeans nun auch.

“ Du hättest im Bett bleiben sollen!“, schimpfte mein Engel mit erhobenem Zeigefinger.

“ Die beste Stelle kommt noch!Sei kein Weichei!“, konterte mein Angelteufel.

Und so watschelte ich mit Spinn- und Fliegenrute, Köderbox und nasser Hose weiter in Richtung Wehr.

Vor der Kulisse eines Riesenrades erblickte ich eine optimale Fliegenstrecke. Die Rute zusammengebaut, stellte ich fest dass ich das mit Auswurf irgendwie gar nimmer gut drauf habe. Alles was ich nach 1 Jahr Fliegenfisch-Pause noch hinbekam waren ein Knoten im Vorfach und eine Fliege die 1 Meter vor meinen Füßen im Wasser schwamm.

Nach 30 min. gab ich auf und stieg wieder auf Spinner um….Blinker…..dann Wobbler. Gebissen hat nichts. Mittlerweile war schon 10 Uhr. Ich entschied mich meinen Glücksspinner zu nehmen der mir erst kürzlich einen fetten Barsch gebracht hatte.

Auswurf- und . Eine Forelle??? Nein- ein Ast! Und in dem hängt jetzt mein Spinner.

Ausgerechnet mein Lieblingsspinner! Hatte ich den doch in keinem Angelladen gefunden und extra im Netz nachbestellt!!

 

1 Spinner, 1 Blinker und 1 Forelle verloren…. irgendwie hatte ich es „vermurgst“.

Plötzlich entdeckte ich, dass ich einem riesigen Feld Pfefferminze stand…..( siehe Foto)…Da war er wieder…der gefürchtete „schneiderbringende Sammlermoment“.

Nach Hause wollte ich trotzdem nicht. Ich hätte den Grünfeldsee mal anschauen können….aber ohne Navi und GPS?

Ich entschied mich an den Rhein nach Neuburgweiher zu fahren.

Zumindest ein Rapfen sollte heute drin sein.

“ Ein Rapfen???? Als Ersatz für eine Forelle?? Dein Mann will nach der letzen Geschichte vegetarisch essen und außerdem hast du eine nasse Hose und bist krank!“, brüllte mich mein Vernunftsengel an.

Mein Ohr stand auf Durchzug.

Mein Illex musste her! Zielgerichtet warf ich ihn in die peitschenden Wellen… und verlor ihn 3 Meter vor meinen Füßen an einem Stein.

Schockiert blickte ich auf meine köderlose Rute!

“  Ich hab´s dir gesagt! „, schimpfte mein Engel.

“ Shit! „, sagte mein Angelteufel. Mehr fiel ihm nicht ein.

Ich entschied mich nach Hause zu fahren…. und fuhr geradewegs in den Stau auf die Karlsruher Kriegsstraße. Die Frau hinter mir am Steuer nickerte in regelmäßigen Abständen ein. Dummerweise auch als sie gerade fuhr. „Bitte nicht“, denke ich. Plötzlich ein „Tok“ der andern Art.

Und da hatten wir ihn….den noch fehlenden Auffahrunfall.

“ Alles gut- nichts passiert“, sagt sie.  Dann eine zweite Stimme: “ Meine Mama ist nur eingeschlafen am Steuer!“, so der Sohn. “ Da sie nur gebrochen deutsch sprach, rief sie ihren Mann an. Der“würde mir dann erklären dass sie keine Schuld habe“. Da war auch schon die Polizei. Und ich mittendrin – mit nasser Hose und Gummistiefeln. Und plötzlich: keiner war mehr eingeschlafen oder irgendwem aufs Auto gefahren. Und die Delle – die war plötzlich auch schon immer da gewesen- an beiden Autos.

“ Sie sind allein- hier steht Aussage gegen Aussage. Aber Sie können das natürlich über einen Anwalt klären lassen!“, meint Polizist 1 zu mir, während Polizist 2 lächelnd die Schilderungen des Ehemanns anhört der beim Unfall gar nicht anwesend war.

“ Sie werden ohne Zeugen keine großen Chancen haben! Auch wenn sie höchstwahrscheinlich im Recht sind.Tut mir leid wenn ich Ihnen damit den Tag versaut habe.“

“ Am Rhein wäre dir das nicht passiert!“, meinte mein Angelteufel.

“ Im Bett auch nicht“, meinte mein Engel.

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

dass der sicherste Ort vor Ärger nur das heimische Bettlein ist.

Und was noch aus diesem Tag,

dass ich trotzdem wieder angeln mag 😉

 

 

 

 

 

 

Rapfen und Tomaten mit den Rheinhunters

rapfen1 rapfen2

Forellen-Puff ist was für Warmduscher. Heute war ich nämlich im Rapfen-Puff.!

Naja….zumindest hatte ich heute mit den Rapfen eine Erfolgswelle als würde ich einen Spinner durch eine Forellenzuchtanlage ziehen.

Dabei hatte ich mir ehrlich gesagt keinerlei Chancen ausgerechnet.

Zuerst regnete es heute morgen in Strömen und dann bekam ich um die Mittagszeit „ angelfrei“. Und das Auto bekam ich auch nicht. Angeln nach Regen, in der Mittagszeit ohne Auto…? Aussichtsloser geht es nicht? Doch ! Genau….heute durfte ich mich den 2 „Rheinhunters“ Damian und Holger anschließen. Und an alle die sich noch an die vor-vorletzte Geschichte erinnern können, die wissen: Wo Holger Kuscher ist- sind Rapfen. Nur beißen die grundsätzlich nur auf seinen Köder. Holger war immerhin so nett als Angeltaxi zu fungieren, um mich zu meinem zweiten zu erwartenden Schneidertag an den Rhein zu chauffieren.

Aber was soll´s? Immerhin hatte ich erst gestern einen schönen Rapfen landen können und von wem kann man am besten lernen, wenn nicht vom Meister selbst? Und außerdem: Achims Karpfen haben restlos alles leergefressen!

Der dennoch einseitig verteilte Optimismus war schon allein an der Kleidung ersichtlich.

Ich: In Regenhose, Regenjacke und Gummistiefel

Holger: In Jeans und T-Shirt

Dann kam Damian (- der Rheinhunter der mit Stickbaits Zander fängt- ) hinzu.

Kaum am Rheinufer angekommen, legte ich meine Regenjacke ab. Die Sonne kam heraus als würde es Frühling- und nicht Herbst- werden.

Die ersten Buhnen ging nichts- zumindest nicht mit Topwater-Ködern.

Aber ich hatte natürlich meine neue Geheimwaffe dabei! Mein Illex-Wobbler mit der abgebrochenen Tauchschaufel. Der auf den sich Rapfen und Barsche stürzen – und das wollte mir bis heute auch keiner so richtig glauben. Keiner!!—– solange bis…….

Rums!!!! Der erste Rapfen an meinem Illex hing!

So richtig glauben konnte ich es für den Moment nicht, aber ich musste den Tatsachen ins Auge blicken…..: Ja- ich hatte einen richtig fetten Rapfen geangelt- mit meinem Bastel-Wobbler! Und das ganze auch noch im Beisein des größten Illex-Tauchschaufelbruch-Kritikers und Rapfenkönigs Holger Kuscher.

Ich glaube in diesem Moment bin ich 5 cm gewachsen….was aber bei meiner Körpergröße ohnehin nicht sonderlich auffällt 😉

Die nächsten Buhnen stieg ich um auf ein Stickbait von Spro.

Rumms! Da hing Nummer 2…..und der war nicht weniger stattlich als Nummer 1.

Während die beiden andern noch ihr Glück auf Topwater versuchten, landete ich eine viertel Stunde später Nummer 3 – selbstverständlich auf meinen Illex.

Nach Nummer 4, entschied ich mich auf „Barsch“ umzusatteln als Holger einen kurzen Moment laut überlegte evtl. doch die Tauchschaufeln eines Wobblers abzubrechen.

Letztendlich biss dann aber auch ohne abgebrochene Tauchschaufel der erste Riesen-Rapfen auf Holgers Wobbler. Kurz daruf der Zweite.

Als ich nach den 2 Holger-Rapfen und Damians Idee vom Rapfen-Räuchern, schließlich wieder meinen Illex aufmontierte, entdeckte ich plötzlich einen Tomatenstrauch.

Genau! Einen Tomatenstrauch am Rhein mit vielen saftigen, roten Tomaten die ich eben zum Abendessen gegessen habe.

Wahrscheinlich sind die noch keinem Mann aufgefallen! Da war er wieder: der Sammlertick! Und damit war Nummer 4 auch der letzte Fisch.

Pünktlich beim Gang zurück zum Auto fing es wieder an zu regnen. Ein wunderschöner Regenbogen zierte den Rhein.

Aber das Beste am heutigen Tag waren meine zwei Mitangler die nach ihrer Erfolgswelle der letzten Zeit , es heute mit meinem Super-Illex aufnehmen mussten. Und das haben sie mit einer anerkennenden und überwältigenden Fairness getan. Gerade Männern fällt es erfahrungsgemäß oft ziemlich schwer ein „Petri“ über die Lippen zu lassen, solange sie selbst noch Schneider sind.Bei manchen steht sogar der Wettkampf im Vordergrund und nicht der Spaß.

Insofern zählt da jeder Glückwunsch doppelt. Auf der andern Seite- wenn ich den heutigen mit dem letztmaligen Besuch zusammenfasse, habe ich durchschnittlich auch nicht mehr Rapfen gefangen als Maestro Holger.

Wie heißt es so schön-? Ein Angeltag ist nur so gut wie der Kumpel der dich begleitet.

Insofern danke euch zwei für den tollen Mittag und für die vielen „Petris“ 😉

Und jetzt gehe ich in die Badewanne…. ich rieche nämlich nach „ Stinkerfisch“- wie meine Tochter vorhin gesagt hat.

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass mein Illex einfach Klasse ist.

After-Work-Rapfen

Rapfen_18_9_15 RapfenBild1_18_9_15…nein, ich habe keine Zeit zum angeln. Nicht diese Woche. Und das tut verdammt weh. Und heute 12 Uhr als ich Feierabend hatte, hätte ich einkaufen sollen…und das Ganze mit dem Zeitdruck dass 13.30 Uhr Handwerker kommen.

Ich frage mich ja manchmal selbst wie ich das mit dem Zeitmanagement manchmal so hinkriege…Wie heißt es so schön:“ Wenn dir etwas wirklich wichtig ist, hast du auch Zeit dafür“.

Einkaufen kann man schließlich auch noch morgen früh um 7 Uhr….

1 Stunde, dachte ich mir, und zog kaum am Rhein  angekommen einen Popper durch das Wasser. Wenns schnell gehn muss, muss es ein Rapfen sein, dachte ich mir.

Und nach 3 Minuten  grüßte der mich auch schon mit einem Fehlbiss ( was sonst? ).

Die folgenden 10 Würfe gingen ins Leere.

Nun, dachte ich mir- da muss mein Illex her. Genau! Mein Wobbler mit der abgebrochenen Tauchschaufel.

Einmal durch und…. Ratsch da hing er! Komischerweise kämpfte der Fisch im Drill mit dem Temperament einer Schlaftablette. Nach 2 Min. war er gelandet. Und das passte ihm gar nicht. Während sich der Räuber noch wie Butter in den Kescher legte, ging er am Ufer plötzlich ab. Nennen wir es mal einen „trockenen Drill“.

Anfassen und betäuben war plötzlich eine richtige Herausforderung, bei der ich am Ende den Drilling des Wobblers im Handgelenk hängen hatte- und der brach beim Entfernen auch noch ab.Einmal die Hose, den Pulli und den Kofferraum vollgesaut weil keine Tüte dabei und so  schleppte ich meinen Rapfen nach Hause wo mich die Handwerker entgeistert anschauten als ich mit Blutflecken auf dem Shirt  dieTüre öffnete, während um meine Hand (dank Drilling) ein blutdurchtränktes Papiertaschentuch gewickelt war.

„Stören wir? Sollen wir später nochmal kommen?“, fragten die 2 Herren.

“ Nö, ich war nur angeln!“, meinte ich.

Beruhigt wirkten sie deshalb trotzdem nicht.

Und jetzt fahr ich erstmal zum Angelladen und besorge mir n neuen Drilling für meinen neuen multimorbiden Lieblings-Wobbler- der hat noch ein spannendes Leben vor sich, sage ich euch 😉

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

dass mancher Fisch erst an Land ein Kämpfer ist.

Ü-30 Barsch auf Meditonsin

barsch_11_9_125Ich habe tatsächlich aufgehört zu zählen wie viele Köderfische ich in den letzten 4 Wochen am Haken hatte. Der einzige Trost ist, dass ich durchschnittlich alle 4 Wochen einen größeren Fang verbuchen darf.  Mit andern Worten: Es wäre mal wieder an der Zeit.

Der Rhein liegt mittlerweile bei unter 4 Metern und das Angeln ist bei dem sinkenden Wasserpegel mehr als nur beschwerlich.

Letzten Sonntag biss immerhin ein Hecht im Goldkanal- wenn auch nur mit 51 cm. Aber immerhin ein Hecht.

Der Vollmond, ob der Wind von Osten oder Westen kommt, der Beißanzeiger 1 oder 10 anzeigt- einen wirklich brauchbaren Anhaltspunkt habe ich trotz akribischer Recherche nicht wirklich gefunden.

Die einzige Sigifikanz zwecks Beißhäufigkeit von der man sprechen kann, ist die Tatsache, dass wenn ich etwas finde ( 100 g Bleie, verostete Hakenlöser, stumpfe Klappmesser…etc.) – ich dann nichts mehr zum jagen habe.

In der Tat! Sammeln und (!) jagen scheint irgendwie nicht zu funktionieren bei mir. Aber lassen wir das. Rational betrachtet ist das sicherlich Zufall.

Seit 2 Wochen bin ich jedoch einem hochsignifikantem (!!!) Indiez für einen (vielleicht) todsicherem Beißindex auf der Spur:

Achims Karpfen!

Achim ist passionierter Karpfenangler. Und Achim hat einen eigenen Karpfenteich  (indem er selbstverständlich nicht angelt).

Als ich vor Wochen Achim mein Leid über die Schneidertage klagte, bemerkte Achim dass Fische eben nicht immer beißen. Seine Karpfen wären zur Zeit auch sehr, sehr genügsam mit dem Essen.

Als ich die Tage wieder am Rhein war….und zwar den halben Tag (!), bei optimalster Witterung, Windverhältnis, Mondphase und Luftdruck, bemerkte Achim erneut dass die Karpfen nicht beißen.

Es kam wie vorhersehbar: Ich (und mein Mitangler) gingen mal wieder Schneider nach Hause.

Da ich diesen Sonntag in Disneyland Paris verbringen werde, anstatt am Rhein, und zudem auch noch übelst erkältet bin nahm ich mir heute frei! Stündlich schlürfte ich Meditonsin gegen die Erkältung- ich nehme ja sonst keine Drogen.

Um 9 Uhr stand ich in Rastatt bei „Fishermans Partner“ als erste auf der Hausmesse und kaufte mir (natürlich) mal wieder ein paar Spinner, Blinker und Wobbler.

So richtig was los war noch nicht, dafür Hektik vom Feinsten. Irgendwo stand was von Weißwurst-Essen. Naja- dachte ich. Muss ja auch kein Zander sein der heute Mittag aufm Teller liegt.

Dann die Nachricht von Achim: “ …die Karpfen fangen wieder an zu fressen“

Ich beschloß also sofort (!) 2 Stunden spinnfischen zu gehen am Rhein um dann zum Weißwurstessen wieder zurück zu kommen.

Meine Versuche am Goldkanal einen Rapfen an die Angel zu kriegen scheiterten vergeblich. Als neues ASV Rastatt -Mitglied entschloß ich mich nun mal eine Strecke am Rhein hinzulegen. Spontan zog ich einen blauen Spinner durchs Wasser.

Rums!!!!! Da zappelte was. Und wie! Mit der brachialen Stärke eines Hechtes zog der Fisch meine Rute Richtung Boden. Ein Rapfen???

Als ich den Fisch zum Ufer drillte, blickte ich schockiert ins Wasser. Ein großer Barsch mit 35 cm! Verflixt, dachte ich….Kescher! Wo ist der Kescher!… Bloß nicht den Fisch verlieren. Denn der kämpfte dass mir das Adrenalin nur so in die Adern schoß.

Wäre ich Raucherin hätte ich in dem Moment eine Zigarette gebraucht. Dummerweise war sogar das Meditonsin im Auto.

Da hatte ich ihn: Meinen erster Einstandsfisch beim ASV! Stolz trug ich ihn zum Auto.

Gerade als ich losfahren wollte, die Nachricht von Achim: “ …die Karpfen haben alles leer gefressen!“

Ok- dachte ich….einen Rapfen kriege ich noch!

Gezielt suchte ich mir eine schöne Buhne mit viel Strömung heraus.

Einwurf eines Stickbaits und………..Fehlbiss!!!!!

2. Anlauf……. nach 15 min…… erneuter Fehlbiss!

Stinksauer überlegte ich mir wie viel Glück der Fisch haben muss der zweimal beim selben Köder daneben beißt.

Köderwechsel. Ich motiere einen Gummifisch.

Und….. zack….. Fehlbiss!

Der anschließende Versuch mit einem Oberflächenköder scheiterte gänzlich.

Ich beschloß die Buhne zu wechseln. Mittlerweile war es 12.30 Uhr und mein Magen hing zwischen meinen Knien. An alles was ich noch dachte war die Weißwurst von Fishermans Partner. Dumm nur dass ich den Barsch noch im Auto hatte.

Ich beschloß nach Hause zu fahren.

Als ich auf dem Rückweg erneut an der Fehlbiss-Buhne vorbeikam,  blickte ich in die Köderbox.

Ein neuer Köder musste her….nur welcher?

Ich hatte schon alle durchprobiert. Spontan brach ich die Tauchschaufel meines Illex-Wobblers ab und funktionierte ihn zum Stickbait um.

Durchgezogen und…..Rums, der riesige Fehlbiss-Rapfen attakierte mit einem grandiosen Sprung aus dem Wasser meinen Wobbler…….. und biss daneben!

In diesem Moment entdeckte ich einen kleinen Ball am Ufer.

Und ich bin mir sicher… Achims Karpfen haben in diesem Moment aufgehört zu fressen!

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass Achims  Karpfenteich (vielleicht) ein prima Beißanzeiger ist.

 

 

 

 

 

 

 

Du sammeln- ich jagen!

Jetzt wo der Fluch nach 2 Jahren endlich gebrochen ist, möchte ich euch mitteilen: Ja- man(n) kann tatsächlich in meiner Gegenwart einen Fisch fangen!

Es haben wirklich viele probiert in den letzten 2 Jahren….Fliegenfischer, Spinnfischer, Feederangler. Ich war (mehrmals) auf dem Boot im Goldkanal mit dabei und einmal aufm Schmugglermeer.
Ja- ich durfte sogar mal mit einem der Rekordhalter meines Anglervereins mitgehen.

Aber alle hatten eines gemeinsam…..: Wenn ich mit dabei war fing keiner einen Fisch!

Und…nein, ich war nicht in High Heels und Minirock angeln. Ich stand auch nicht im Bikini in Watstiefeln mit wehendem Haar im Wasser, so dass sich irgendeiner genötigt gefühlt hätte am Ufer 2 Stunden lang die Köder Box zu sortieren!
Egal ob ich viel oder wenig erzählte- ob das Wetter gut oder schlecht, der Bissanzeiger bei 10 oder 3 war: In meiner Gegenwart ging grundsätzlich nichts.
Wenn sich schließlich noch ein dritter Angler hinzugesellte- fing selbst der nichts.
Ein Student aus dem Angelkurs mit dem ich ab und zu spinnfischen bin war der Erste der es schaffte nach 5 Stunden (!) spinnfischen mit mir einen Rapfen zu landen. Fairerweise muss man dazu sagen dass ich mich zum Zeitpunkt des Anbisses, weit weg im Auto befand und telefonierte.

Jeden meiner Fische habe ich alleine gefangen…. oder im Beisein eines andern Anglers der dann Schneider nach Hause ging.

Woran das liegt? Keine Ahnung. Setzen sich Männer zu sehr unter Druck wenn sie mit einer Frau angeln?
Mittlerweile glaubte ich an den mir mehrmals (!) zugesprochenen Vodoo-Fluch dass man (n) in meiner Gegenwart keinen Fisch an den Haken bekommt.

Einer hat es schließlich doch gewagt im zweiten Anlauf (spontan) den Bann zu brechen:
Holger Kuscher von den Rheinhunters.

Machen wir es kurz:

Er kam, sah,….

……stellte sich an den Rhein, und hatte nach 3 min. seine erste Attacke durch einen Rapfen.

(*während ich mich noch nicht zwischen Blinker und Stickbait entscheiden konnte)

Er ging 2 Meter weiter….

……und hatte nach 4 min. einen Verfolger.

(* während ich mich noch fragte warum die Rapfen hintereinander auf diesen angsteinflösenen Albino-Köder von ihm reinfielen)

Er ging zur nächsten Buhne…..

…warf aus, und es biss ein schöner, großer (!) Rapfen.

(*den er als „klein“ titulierte, während ich noch geschockt auf den Rapfen blickte)

Er ging zur nächsten Buhne….

Ich werfe rechts aus- er links. Bevor ich meinen Köder reingeholt hatte, hing auch schon der nächste Rapfen an seiner Rute. Diesmal war die Größe „ok“)

(* was so viel heißt, als dass ich damit eventuell auf die Titelseite vom Blinker gekommen wäre…..naja….. vielleicht…eventuell)

Während er den Fisch in den Rucksack packte- hakte ich mich selbst mit meinem goldenen Illex-Wobbler.
Beim Abhaken des Köders entdeckte ich ein kleines Klappmesser. Na prima! Wenn es mit dem jagen schon nicht klappt- dann mit dem sammeln 😉

Was lernen wir aus diesem Mist?
Dass in meiner Gegenwart doch (!) erfolgreiches Angeln möglich ist.
😉

Es kam…wie es kommen musste – oder „Möchte-Gern-Angelurlaub im Schwarzwald“

AWaldsee
Es ist Urlaubszeit….auch für mich. Leider nur eine Woche…..:-(
Hätte ich ein Haus in Norwegen gemietet, hätte ich wohl eine Ehekrise ausgelöst.
Aber auch im Schwarzwald kann man ja bekanntlich toll angeln. Forellen – meine Lieblingsgenossen, welche ich leider weder in der Alb noch in der Murg schaffe an den Haken zu bekommen.
2/3 aller Angler, die ich kenne, haben schon einmal eine Bachforelle gefangen und gegessen. Meine Wenigkeit gehört nicht dazu. Noch nicht….
Mein Koffer war diesmal nur zur Hälfte mit Kleidung gefüllt. Völlig absehbar war mir klar, dass mir nach 3 Tagen Urlaub auf dem Bauernhof die Klamotten ausgehen würden – aber dafür hatte ich nun (fast) alles dabei was mich zu meiner ersten Bachforelle führt: Blinker, Schonhaken, Spinnrute, Fliegenrute, Streamer, Crankbaits….etc.
Als Urlaubsziel hatte ich „Fischerbach“ ausgewählt. Irgendwie gefiel mir der Name. Und im Kinzigtal soll man ja gut Forellen angeln können.
Letzten Samstag war Anreise:
Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen dass Fischerbach nur einen Bach hat – und der ist momentan gerade aufgrund des Wassermangels nur noch ein kleines Rinnsal.
Auf dem Hof angekommen wurde ich erst einmal mit dem hofeigenen Karpfensee konfrontiert. Nein- kein Mini-Teich! Ein kleiner See…mit eigenem Ruderboot zum Karpfen-Füttern!

Es kam wie es kommen musste…. am Abend saß ich nicht an der Kinzig…sondern mit meinem Sohn in einer Schwimmweste im Ruderboot und verfütterte Toastbrot.

Am nächsten Tag erkundigte ich mich nach einer Tageskarte für die Kinzig. Gibt es nicht – wenn nur für Übernachtungsgäste in Wolfach. Dummerweise war meine Herberge nicht in Wolfach sondern in Fischbach (wo es keinen Bach mehr gab).

Vor Ort erhielt ich den Tipp nach Haslach an den Waldsee zu gehen. Für 15 Euro gibt es hier wohl Tageskarten. Fanglimit 4 Fische. Spielplatz und Restaurant gleich nebenan. Perfekt, dachte ich…..Dummerweise waren nur Naturköder zugelassen und die konnte man nur im 30 km entfernten Angelladen kaufen und heute war Sonntag!

Es kam wie es kommen musste…. ich saß also im Außenbereich des Restaurants und schaute 1 Stunde lang bei einem Bitter Lemon neidisch auf die 3 Herren die gerade ihre Ruten zusammenbauten.

Wie ein raubender Tiger schlich ich mich um die Angler herum. Dann traute ich mich endlich die  entscheidende Angler-Small-Talk-Frage zu stellen : „Und – geht was?“
„Ein Karpfen und ‘ne kleine Forelle. Viel geht hier nicht“
Ich hakte nach: „Gibt es hier irgendwo ein empfehlenswertes Gewässer, wo ich eine Tageskarte herbekomme?“
„Nein – hier direkt nicht, da musst du ein wenig fahren. Eigentlich – mal ganz unter uns- ist der Rhein am besten!“

Es kam also wie es kommen musste… ich fuhr ins Kinzigtal zum angeln und wurde von Einheimischen als Insider-Tipp nach Hause geschickt.

Aber vorher war mir klar, würde ich noch 5 Tage lang in einer Schwimmweste die Karpfen aus Fischerbach dickfüttern 😉

Die verzweifelte Suche nach einer Tageskarte fürhrte mich schließlich nach Oberharmersbach. Für 15 Euro gibt es dort für Touristen Tageskarten für die „Harm“. Der Bach der ein wenig an die Alb in Karlsruhe erinnert, schien den Recherchen nach ein hervorragendes Forellengewässer zu sein. Da mein Mann ohnehin gerne in Oberharmersbach auf dem „Wichtelpfad“  wandern wollte, schien der Tag perfekt zu werden. Aufgeregt blickte ich aus dem Fenster und schaute mir die teils sehr tiefen Gumpen und Wehre der Harm an. Wundervolle Stellen zum angeln…..leider nicht für mich. “ Die Strecke beginnt hinter dem gelben Haus und endet beim Schwimmbad“, entgegnete mir die junge Dame an der der Touristenninformation.
Die Strecke direkt an der Durchfahrtsstraße von Oberharmersbach war durchschnittlich 10-15 cm tief. Ideal um untermaasige Forellen zu fangen.
Wollte ich das? Nö….eigentlich nicht.

Es kam also wie es kommen musste… ich wanderte auf dem Wichtelpfad mit (der an dem Harmabschnitt vormbeiführte der nicht beangelt werden darf) und beobachtete vom Ufer aus 2 Bachforellen die hinter einem Stein auf Beute warteten.

Am Abend fütterte ich wieder die Karpfen.

Den Ausflug zum „Forellenflüsterer“ in Alpirsbach  der Forellen streicheln kann-ersparte ich mir zu guter Letzt.
So langsam kam ich mir in Punkto „Angeln“ vor, wie ein Alkoholiker auf Entzug – im Schnapsladen.
Ich entschied mich fürs Besucherbergwerk in Haslach.

Es kam wie es kommen musste….vor dem Bergwerk war ein kleiner See…..und dort platschte es ohne Ende- vor meinen Augen.

Am Tag der Abreise beschlossen wir….das heißt ich, wo mittlerweile ungenießbar war……auf dem Heimweg einen Abstecher zur Schwarzbachtalsperre zu machen.
Genau 90 min hatte ich zur Verfügung. 15 min. lang machte ich meine Angel startklar- 15 min. kämpfte ich mich vom Ufer die Steinböschung hinab. 15 min. entwirrte ich die Perücke die beim ersten Auswurf entstand, 15 min. montierte ich wieder alles neu nachdem die Perücke nicht  zu entwirren war. Dann merkte ich bei 30 Grad Sonnenschein dass ich mein Wasser im Auto vergessen hatte- mein Mann der den Schlüssel hatte winkte mir von der andern Uferseite aus zu. Wegstrecke hin….weitere 15 min. , Wegstrecke zurück nochmals 15 min.

Es kam wie es kommen musste….. ich fuhr ohne Fisch und Anbiss mit meiner Familie wieder nach Hause.

Um 17 Uhr gab mir der beste Ehemann von allen schließlich „angelfrei“.

Um 17.30 Uhr stand ich bereits am Rhein….Ich…..mit meinen neuen und noch originalverpacken, schweineteuren Illex und  meinem Rappala-X-Rap-Subsurface-Wobbler die ich beide, weil sie so teuer waren, immer für einen besonderen Anlass aufgehoben hatte.
Nach 60 min war ich schlagartig so erholt wie ich es selbst nach 1 Woche Urlaub nicht war.Gebissen hat trotzdem nichts.
Ich entschied mich schließlich zum Abschluß noch einen großen 6er Blinker am Stahlvorfach durchzuziehen. “ Ratsch“ das ruckelte es!
…und zubbelte….und zog……!
Ein Hecht war es nicht, da war ich mir sicher.
Ich traute meinen Augen nicht! Ein Rapfen! Biss das Biest mit seinem Minimaul doch tatsächlich auf einen 6er Blinker. Einen Moment lang fragte ich mich noch wie der Drilling überhaupt in ein Rapfenmaul passen kann….dann erübrigte sich die Frage. Die Antwort lautete nämlich “ gar nicht“. Bevor es zum Drill kam schwamm der Fisch wieder im Rhein.

Es kam wie es kommen musste….der erste Fisch biss diese Woche also zu Hause!

Ich stieg somit um auf Stickbaits und ging auf Rapfenjagd.
Ratsch! Und mein Stickbait wurde beim Auftreffen auf der Oberfläche von einem temperamentvollen Rapfen attackiert.
Dummerweise hatte sich das Stickbait beim Auswurf mit dem Vorfach verheddert…..ein ordentliches Haken des Fisches war damit unmöglich……und somit schwamm auch Nummer Zwei wieder im Rhein.

Nach dem Motto alle guten Dinge sind drei, packte ich wieder meinen Blinker aus. Diesmal einen Kleinen!
Nach 20 min ein Ruck in der Rute! Sofort zappelt es am Haken!
Der Anschlag saß,der Fisch war gehakt…….zum Vorschein kam…..ein Barsch mit 10 cm.
Als ich den kleinen Schniepel vom Haken löse, bemerke ich dass die Angelzeit in Baden Württemberg in 5 min. vorrüber ist..

Es kam also wie es kommen musste, ich ging glücklich – wenn auch ohne Fisch – nach Hause.

Was lernen wir aus diesem Mist?
dass im Kinzigtal inWolfach die richtige Anglerbleibe ist.
Und aus praktischer Sicht?
Vergiss die Würmer und Maden für den Waldsee nicht!
Angeln ist eine der schlimmsten Süchte,
deren Befriedigung trägt aber essbare Früchte-
und wer hätte es gedacht-
die einz´ge Sucht die glücklich macht.
Und verlierst du einen (oder zwei) Fische- so merke:
Dann gewinnst du an Erfahrungsstärke.

😉

In diesem Sinne wünscht mir Petri Heil für heute Abend.

Der 4-Meter-Frust für Experimentelle

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Seit Wochen dümpelt der Rhein bei Karlsruhe an der 4 Meter-Marke herum. Rheinhafen, Rheinhafenmündung, Yachthafen, Pionierhafen, Rappenwörth, Rheinbrücke, Eggenstein – fast was der AVK an Rheinabschnitten zu bieten hat, habe ich abgefischt. 4 Wochen, 9Angeltage und nichts- -nein- nichts ging. Selbst der dreimalige Versuch mit 2 versierten Anglern auf dem Goldkanal einen halbwegs brauchbaren Fisch an Land zu ziehen scheiterten. Das einzige was biss, waren die Schnaken nach Anbruch der Dämmerung.

Letzte Woche legte ich mir schließlich einen Plan zurecht. Ich beschloss mal wieder an die Alb zu gehen. Verzweifelt kramte ich die verwirrenden Voraussetzungen für die Alb heraus. Im einen Abschnitt alle Fangmethoden, im andern nur mit Fliege, im nächsten nur mit Sonderkarte die ich (wie soll es anders sein) natürlich nicht kriege für dieses Jahr, und hier und dort mit Schonhaken ohne Naturköder…. Nachdem ich nach gefühlten 3,5 Stunden endlich verstand, welcher Köder ich wo verwenden darf, stand fest ich brauche einen Blinker mit einem Einzelschonhaken.

Nichts leichter als das! Mit meiner Anglerschere versuchte ich den Blinker um 2 Haken zu kürzen. Über das anschließende Blutbad das ich damit anrichtete schweige ich mich besser aus.

Ich beschloss also am unteren Albabschnitt zu fischen – dort waren immerhin alle Fangarten erlaubt. Dort garnierte ich in Folge – zwei weitere Blinker im Baum. Gefangen habe ich auch dort nichts.

Am Abend saß ich verzweifelt vorm Fernseher und zog mir eine Matze Koch DVD rein (die 55 besten Angeltipps). Gelernt habe ich vor allem, dass es im Norden oben wesentlich mehr Hechte zu geben scheint als hier…. und……wenn Hechte auf einen Köder gebissen haben, befinden sich beißfördernde Substanzen auf dem Köder.

Verzweiflung macht ja bekanntlich kreativ. Zumindest mich.

Die ganze Nacht überlegte ich, wie mit „richtigem Hecht“ einen Wobbler tunen könnte. Von dem verzweifelten und gescheiterten Versuch auf Wels zu fischen, hatte ich noch Fischfetzen eines Hechtes übrig. Ich beschloss die Haut abzuziehen und diese um den Wobbler zu wickeln. Doch wie hält so ein Gerüst? Kleber? Klappt nicht. Tackern? Hält nicht…Nach 45 min. versuche ich mit einer Nähnadel die Hechthaut aufzunähen. Danach…. sind auch meine restlichen 3 unversehrten Finger mit einem Pflaster umklebt.

Fangerfolg? Null. Sauerei? Unbeschreiblich.

Zuletzt kam ich noch auf die glorreiche Idee mich im flachen Rhein mit der Fliegerute auf die Sandbänke zu stellen. Erfolglos.

Ich beschloss mir also eine Tageskarte zu besorgen vom Knielinger Verein. Gibt´s aber nicht. Mitglied werden? Für einen 3-stelligen Betrag ? Arbeitsstunden? Wo ich 2/3 der Gewässer eh schon als AVK-Mitglied befischen darf – ach nee…..dann doch lieber nicht. Daxlanden, Durlach….und Co.- sämtliche Anfragen wurden entweder gar nicht oder mit 4 Wochen-Verzögerung beantwortet. Nun wenn da alles so lange dauert, ist es Weihnachten bis ich da Mitglied geworden wäre. So eine euphorische Art der Freude kam auch nicht bei allen Vereinen herüber, als ich mich über eine Mitgliedschaft erkundigte.

Der einzige Angler den ich kannte, der in den letzten Wochen glaubhaft und belegt (!) erfolgreich war, fing eine schöne Bachforelle in der Murg.

Ich erkundigte mich also beim ASV Rastatt über eine Mitgliedschaft………und erhielt als Frau (Frauen, Behinderte und Kinder werden bevorzugt behandelt 😉 ) sogar die Aufnahmegebühr erlassen! Und….der Mitgliedsbeitrag um 50% reduziert-da es schon August war. Fantastisch! Das Ganze lief letztendlich binnen einem halben Tag über die Bühne. Fangmethoden- alle erlaubt. Jetzt hab ich zwar wieder „vorzuausfüllende“ Fangbücher die beim AVK Karlsruhe kurz nach Einführung wieder abgeschafft wurden…aber hey….dafür dass mir als Frau einmal der rote Teppich in ‘nem Angelverein ausgebreitet wird….werde ich auch das voller Eifer tun!

Damit bin ich von heute auf Morgen Königin des Goldkanals, den ich jetzt komplett befischen darf! Und Königin der Murg…. Die ich heute entjungfert habe.

Der erste Auswurf brachte mir einen Barsch…… ähmmm….. in Köderfischgröße.

Immerhin nicht Schneider. Wenn dass mal kein gutes Omen ist.

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass der ASV Rastatt vielleicht (man wird sehen) das Paradies für Anglerinnen ist.

Die Angel-Domina in Facebook

angelnNun…..Die „Frau am See“ ist seit  ein paar Monaten bei Facebook. Den Blog gibt es ja schon ne ganze Weile – da ihn aber bisher kaum einer gelesen hat und auch keiner fand der nicht wusste dass er überhaupt existiert, dachte ich mir, ich poste jetzt einfach über das soziale Netzwerk.
Seitdem habe ich viele nationale und internationale „ Facebook-Freunde“….. und täglich werden es mehr.
Ich schreibe…..und Punkt!
Keine Bikinifotos mit 10 kg-Karpfen und keine Meterhechte aus Holland.

Nööö – Allerwelts-Hechte mit 70 cm aus dem bescheiden Badnerland auf gewöhnlichen Selfies festgehalten  und Angelgeschichten* die nur so von Erfolgslosigkeit strotzen (*das Ganze immerhin in hochdeutsch).
Lediglich ein Angelfoto von hinten habe ich abgebildet, um dem Ganzen wenigsten ein bisschen mehr Persönlichkeit zu verleihen.
Foto sind ja grundsätzlich nicht zu unterschätzen.. Im Ernst! Wer würde denn die „Fisch und Fang“ kaufen wenn statt ‚nem Meterhecht mein heutiger 12 cm Barsch drauf wäre?
Hmmmm….
Aber Bilder können ja bekanntlich die Fantasie auch beflügeln.
Ich werde ja permanent angeschrieben ob ich angle…..( Neee- wie kommst denn darauf?), welche (Schon-?) Maße ich habe und dass ich ein hübsches Gesicht habe (* von hinten?)….Ja, so ist es wenn man als Frau über 3000 Facebook-Kontakte hat.

Gestern geschah jedoch das Unglaubliche:
„Hi, ich bin ein devoter, gutaussehender Mann Anfang 30. Ich wäre gerne deine Sklavin……——-ZENSIERT———Wenn du Interesse hast…..ZENSIERT…..“
Antworten oder Löschen? „Moment!“…. fällt mir plötzlich auf! Denkt der gute Mann etwa die Angel wäre eine Peitsche und „FrauAm See“ mein realer Name????
Verdammt – liest hier etwa wirklich keiner meinen Blog? Habe ich deshalb so viele internationale Kontakte, die mein Blog gar nicht lesen können, weil die alle denken ich sei eine peitschende Domina die einen Sklaven sucht?
Sollte ich das Fliegenfischen möglicherweise doch nicht vertiefen, weil sonst irgendwann die Männer am Ufer hinter mir her kriechen und hoffen das Vorfach in den Rücken geschleudert zu bekommen?
„Schaaaatz“, frage ich meinen Mann. „ Sieht das Bild aus als wäre ich eine Domina? Da will einer mein Sklave sein…!“
Mein Mann verneint vehement, überlegt kurz und stellt dann fest: „….das würde dir doch gefallen! Einer der dir den Kescher und die Köderboxen hinterherträgt.“
Ob ihm der letzte Angelabend, wo er uuuunbedingt mitwollte doch nicht so gut gefallen hat?

Ich beschließe das Mißverständnis aufzuklären: „Das ist eine Angel auf dem Bild und keine Peitsche! Für das was Du suchst gibt es Dominas.“
Umgehende Antwort: „ Nun… ich dachte du brauchst vielleicht einen devoten Sklaven beim Angeln.“
Geht das Matze Koch und Uli Beyer auch so?
Und was würden die antworten, wenn jemand deren devote Angelsklavin sein wollte?
Wahrscheinlich gar nichts – es sei denn die Frau sieht aus wie das April-Girl aus dem Karpfenkalender..
Nichts gegen Männer, aber am meisten freute ich mich bisher wenn ich Freundschaftsanfragen von Frauen bekommen habe. Angelnde Leidensgenossinnen gibt es wirklich wenig!  Dummerweise  nutzt  es jede zweite Frau ,die mir einen Freundschaftsantrag schickt, dazu mich auf ihrer Sonnenbrillenverkauffseite zu markieren in der Hoffnung, dass über 3000 Menschen diese Botschaft erreichen.
Die virtuelle Gästebuch (Chronik) habe ich heute erstmals auf unbestimmte Zeit geschlossen. Zumindest seit mich heute morgen ein Japaner angeschrieben hat und auf englisch fragte was ich denn so mag. „Nun….Raubfische…!“ ( = predators).
Anscheinend fand er das wirklich cool und fragt prompt nach, wohin ich mir die wilden Fische denn gerne so reinschiebe..Außerdem findet er das Bild in meiner Chronik heiß.
Chronik??? Als ich diese überfliege ist sie gefüllt mit pornographischen Mangas…die definitiv (!!!) nichts mehr mit angeln zu tun haben.
Beim durchklicken wie man Bilder aus einer Chronik entfernt, bekam ich auch schon die nächste Meldung.
„Sie wurden auf einem Video markiert“.
Aaaha…. es gibt ein Video von mir auf Facebook?
Als ich es anklicke läuft ein Film  —…. nun….ähm….—da ich auch sehr junge Leser habe, würde ich mal sagen einer bei dem ein Nichtangler seine Rute (mit einer harten Aktion) im Beisein von 4 unbekannten nicht angekleideten Frauen schwingt.

Daher mal eine kurze und verständlich Info an alle meine Facebookfreunde:

Vielen Dank für die vielen Tipps, die schönen Angelfotos und die aufmunternden Worte und  Danke an die welche einfach nur die Geschichten lesen.
Und an alle die sich noch für „andere“ Dinge interessieren wie das Angeln:

NEIN- ich spiele in keinen Ü18-Filmchen mit, auch wenn ich auf solchen markiert bin.

NEIN- ich verkaufe keine Sonnenbrillen und auch sonst nichts.

NEIN- das ist eine Angel- Keine Peitsche! Und NEIN ich brauche beide Hände zum Angeln- eine für die Rute und einen für die Rolle. Ich kann leider, leider —-keinen am Halsband angeketteten Angelsklaven mitnehmen…

Was lernen wir aus diesem Mist?
Dass eine Anglerin eine schlechte Domina ist.

Karpfenalarm am Goldkanal

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Yes, Yes, Yes…! 3 Wochen bin ich nun stolzer Hüter (und Benutzer) eines Bootes im Goldkanal. Dem Urlaub eines Angelfreundes sei Dank!
17.30 Uhr als mein Mann nach Hause kommt sitze ich da wie auf Kohlen. Das Auto ist gepackt- bis auf die schweren Ruder, der Garten gegossen, die Wohnung aufgeräumt. Die Wathose liegt zum anziehen bereit im Flur.
Seelenruhig mit einer Ruhe wie ich sie mir beim Ansitzen manchmal wünschen würde, geistert dieser erst einmal durch die Wohnung: Rechnungen überweisen, E-mails checken…Die Uhr zeigt mittlerweile  2,5 h (abzüglich 45 min. Fahrt und Bootsaufbau) bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang an.

Nach 45 min. werde ich in ein anderes Zimmer verwiesen. Aus irgendwelchen Gründen scheine ich ihn zeitlich unter Druck gesetzt zu haben… Hm….
Als ich endlich den Startschuß bekomme, bin ich nicht mehr zu halten. Immerhin hätte in jeder Minute die ich nicht am Wasser war ein Fisch beissen können.
Gegen 20 Uhr erreichen wir schließlich den Goldkanal.

Plötzlich schreit es vom Beifahrersitz “ …wir Idioten!“. Sofort ist mir klar was wir „auf der Flucht zum See“ vergessen haben:
DIE RUDER!
Nachdem ich 10 min. fluchte wie ein Rohrspatz, stellte ich mich schließlich an den Illinger Baggersee und versuchte vergebens 40 min. lang erfolgreich die Spinnrute auszuwerfen.
Irgendwann wurde es es auch dem Anwohner vor meinen Füßen zu viel- und der buckelte jetzt -2 Meter vom Ufer weg geradezu in einer schauspielerischen Glanzleistung.Ein Riesenkarpfen wie ich ihn nur aus Online-Magazinen wie „Carp&Fun“ kenne.
Dann zog er ab…..
Vielleicht waren es ja gar nicht die Ruder die ich vergessen habe…vielleicht waren es ja die  Boilies und die Abhakmatte….?!
Die letzten  45 min. verbrachte ich schließlich am Goldkanal. Dort raubte es was das Zeug hielt. Mein Mann kam aus dem Staunen nicht mehr raus. „Schatz- ein Fisch“, „Da!!!!“, nein, „Hier!!!!“
Es konnten nur Rapfen sein…. die allerdings cirka 24  Stickbaits, Gummis und Blinker ignorierten um dann am Ende nochmal kräftig mit ihrer Schwanzflosse zu schlagen in einer Art und einem Timing fast so als hätten sie einen Mittelfinger.

Es gibt aber eine Sache die noch mehr schmerzt als beißunwillige Rapfen. Einen Mann der einem mitleidig anschaut, während ich erfolglos von Schnaken zerstochen am Ufer stehe.

 

Gestern hätte ich zum ersten Mal ein Bier gebraucht nach dem Angeln. Dummerweise hatte ich auch das vergessen.

Was lernen wir aus diesem Mist?
Dass  man ohne Boilies, Bier und Ruder – manchmal- aber nur manchmal—-aufgeschmissen ist.

 

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