Angeln vorm Kamin

Nein! Minus 14 Grad Celcius waren nicht wirklich Temperaturen bei denen man die Tage hätte angeln wollen!

 

Stattdessen feuerte ich zu Hause den Holzofen an. Sehnsüchtig schaute ich aus dem Fenster. Immerhin waren jetzt die Forellen offen!

 

Mein Sohn schaute mich mitleidig an: „ Aber Mama! Du kannst doch auch in Minecraft angeln!“

Zur Info: „Minecraft“ ist irgendein Computerspiel, dass momentan jedes zweite Kind zwischen 7 und 15 Jahren spielt und dass ich auf 30 min. täglich begrenzt habe ohne zu wissen warum es da genau geht.

 

Ich : „ Angeln? Ich dachte das ist ein Spiel wo man mit virtuellen Steinen Häuschen baut?!“

Plötzlich widerfährt mir ein Tsunami an Infos:

 

Meine Tochter: „ Da kann man bauen und Tiere züchten und „spawnen“ ….und angeln….und….“

 

Mein Sohn: „ Und der Lukas hat schon nen Kugelfisch gefangen! Und außerdem……und sowieso….“

 

Irgendwann komme ich nicht mehr mit. Irgendetwas wird „gespawnt“ und dann sucht man ein „Enderauge“ und einen „Enderdrache“ und sperrt Dorfbewohner ein, weil sonst „Endermen“ kommen und ….Langsam wird mir alles zuviel!!

 

Innerhalb von wenigen Minuten sitzen die Kinder mit dem Tablet auf dem Sofa und rufen mich zu sich her. Mama kriegt das Tablet in die Hand gedrückt und darf sich in einer virtuellen „Minecraft-Welt“ fortbewegen.

Bereits nach wenigen Sekunden entdecke ich einen See.

 

Meine Tochter: „ Jetzt musst du >Angel auswerfen< klicken….und wenn es blubbert und an der Schnur zieht drückst du „angeln“…..und wenn…“

 

Weiter kommt sie nicht. Ich habe bereits den Anhieb gesetzt und meinen ersten virtuellen Fisch geangelt. Die Kinder jubeln.

Nächster Auswurf. Es blubbert. Anhieb! Diesmal habe ich einen Kugelfisch gefangen! Alles gröhlt und freut sich wie ein Schneekönig.

Mein Sohn läuft schreiend durch die Wohnung: „Papaaaaa, Mama hat in Minecraft nen Kugelfisch geangelt!“

Mein Mann schüttelt den Kopf.

Nie hätte ich gedacht dass ich einmal bei Minusgraden auf dem Sofa mit meiner Tochter, (die keinen toten Fisch sehen kann), einmal angeln werde.

 

Meine Tochter ist begeistert: „ Weisst du Mama, wir könnten dir ein riesiges Angelhaus bauen und dir verzauberte Angeln reinstellen!“

 

Mein Sohn: „Und dann….dann bauen wir dir eine Insel und einen Steg aus Glas!“

 

Die virtuelle Welt gefällt mir!

 

Plötzlich springt ein virtueller Hund ins Wasser!

 

„Der will einen Fisch!“, meint meine Tochter,“ wenn du ihm keinen Fisch gibst, verscheucht er dir die Fische!“

 

Auf einmal wird es Nacht auf der virtuellen Mecklenburger Seenplatte!

 

Meine Tochter reist mir das Tablet aus der Hand! Schnell- du musst schlafen. Sofort!!!

 

Während meine Tochter irgendetwas herumtippt, hole ich mir einen Kaffee.

 

Aufgeregt diskutieren meine zwei Kinder über mein geplantes virtuelles Angelhaus:

 

„Wir werden dir einen Graben aus Lava um dein Angelhaus errichten! Dann kommen die „Creeper“ (Zombis) nicht rein. Und bewirf auf keinen Fall einen Endermen (irgend ein anderes Männchen) mit deiner Angel! Sonst telepathiert er sich hinter dich und tötet dich!“

 

Irgendwie gefällt mir die virtuelle Welt jetzt doch nicht mehr so sehr.

 

„Du könntest dich mit dem Internet verbinden, Mama! Dann könnte der Papa von Johanna dich im Angelhaus besuchen, der angelt doch auch! Und wenn ein Creeper kommt und euch töten will, dann könnt ihr den zusammen mit der Angel bewerfen…Johanna hat das auch schon gemacht. Damit kann man die töten. Nur in die Lava dürft ihr dann nicht reintreten, sonst seid ihr beide tot. Aber wenn der Enderdrache kommt dann macht er das Angelhaus kaputt!“

Draußen hat es mittlerweile 14,5 ° C!

Auch wenn nicht alle 2 Minuten das Wasser blubbert und ein Fisch beißt. Auch wenn sich keiner mit mir freut am Wasser. Und auch wenn ich keine eigene Insel mit Glassteg und Angelhaus habe….als ich die Vögeln zwitschern höre und spüre wie der Frühling kommt, weiß ich dass die reale Welt vielleicht nicht besser ist, aber ehrlicher und schöner.

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass reales Angeln schöner ist.

[:]

Unterwegs mit dem Berufsfischer

…Ja genau! Ich war mit dem Berufsfischer unterwegs!! Der Zufall hat es gewollt…und ich habe spontan den Finger erhoben, als die Frage kam ob ich mal mit aufs Wasser raus möchte.

Nun war es also soweit. Um 4 Uhr nachts klingelt mein Wecker- dabei war ich zuvor, vor Aufregung schon zweimal wach geworden. Um 5.30 Uhr fahre ich durch einen verlassenen Wald am Rheinufer in der Nähe vom Kernkraftwerk Phillipsburg.

Der Fischer hat schon alles vorbereitet. Warm angezogen bin ich schonmal!!2 Pullis, 3 Jacken, eine Mütze, 2 Hosen, gefütterte Gummistiefel und beheizbare Handschuhe! Das Michelinmännchen wirkt wie eine Gazelle neben mir.

Skeptisch werde ich begutäugt: „Hm…. Also du brauchst noch dicke Gummihandschuhe…und dann noch…und außerdem…..“

Nach 5 Minuten stecke ich zusätzlich (!) noch in einer dicken Gummihose, einem dicken Gummianorak und langen, blauen, dicken Gummihandschuhen.

Dann geht es los!!

Aufgeregt male ich mir im Kopf aus, wie der Fischer gleich 20-30 Meterzander mit dem ersten Stellnetz herauszieht.

Meine Aufgabe am heutigen Tag: Die Netze mit losbinden und rausziehen und Weißfische abschlagen! Der Bewegungsradius von einem Meter passt perfekt zu meinem  5-lagigen Outfit mit dem ich auch im Winter Canadas der Kälte getrotzt hätte.

Aufgabe der Fischers: Weißfische rausholen!! Eine Kundin hat hunderte Kilos an Weißfischen bestellt!

Der erste Einzug : 1 Zander!

Das zweite Netz : Schneider. Kommt mir irgendwie vom Ufernageln her bekannt vor!

Netz Nummer vier bleibt am Boden hängen. Eine gute viertel Stunde sind wir beschäftigt das Netz zu lösen….am Ende reißt es. Frust! Immerhin sind die Netze teuer. Kommt mir irgendwie auch bekannt vor!

Plötzlich hängt ein silbriger Fisch im Netz. Größe und Farbe…. Ich bin mir sicher: Ein Barsch! Fast 40-50 cm hat der Gute! Doch dann werde ich im Licht der Stirnlampe eines Besseren belehrt: Ein Monster-Rotauge!

Nach 3 Stunden sehe ich Brassen, Güstern, Nasen… doch der Weißfischkübel ist nicht einmal zu ¼ voll!

Dafür fangen wir Zander! Der Berufsfischer wundert sich….Warum ausgerechnet dann wenn man Weißfische braucht?! Ein Satz der mir irgendwie bekannt vorkommt.

Dummerweise beißt bei mir kein Zander wenn ich Weißfische angeln will….

Die Fahrt geht weiter. Permanent werden die Netze von Ästen befreit. Das Astproblem- kenne ich auch irgendwoher.

Wir fahren zum letzten Netz! Die letzten Netze fingen eher wenig.

Immerhin sehe ich keinen einzigen Kormoran…vielleicht hätte der gewusst wo die Weißfische sind?!

Als wir das Netz hochziehen, zappelt ein Traum von Zander darin. Schüttelt sich…..und upps…weg war er! Verdammt- kenne ich doch auch irgendwoher!

Der kapitale Barsch der als nächstes zum Vorschein kommt, macht es dem Zander nach!

Verflixt! Binnen Sekunden wird eine Illusion von mir zerstört: Der Berufsfischer hat gerade 2 kapitale Fische verloren! Und das Tragische daran- der muss von den Fischen leben.

Auf dem letzten Meter, dann doch ein Happy End!

„Ein Hecht??? Ich glaube da ist ein Hecht dran!“, ertönt es von rechts als wir die Netze hochziehen.

Doch dann werden wir eines Besseren belehrt!  Ein Meter-Wels!! Es ist das erste Mal dass ich einen lebenden Wels sehe!

Voller Euphorie starte ich um 9 Uhr in meinen Arbeitstag!

Ich sehe auch ohne Gummianzug immer noch aus wie das Michelinmännchen, bin müde, rieche nach Fisch und bin überall ein wenig nass und dreckig. Aber das lächle ich heute alles weg….weil es einfach schön war.

 

Und was lernen wir aus diesem Mist?

Dass  Fische fangen auch für den Berufsfischer nicht einfach ist.

Auch wenn der Job nicht jedem gefällt,

hat man als Berufsfische vielleicht den schönsten Job der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[:]

[:de]Doch dann…[:]

[:de]

1,2,3… Ruten hat der Angler am Rheinufer aufgebaut! Wahnsinn! Still beobachte ich ihn 15 min. Doch auch dann erscheint leider trotzdem -nicht wie erwartet- ein zweiter Angler (der gerade mal für kleine Jungs um die Ecke musste).

Drei Ruten! Soll ich? Traue ich mich? So ganz allein?

Während ich so grüble, blickt der Angler vorsichtig nach rechts. Er sieht wie ich seine vier Ruten mustere. Völlig unbeeindruckt fischt er weiter!

Der denkt jetzt bestimmt- die kleine Frau könne ihm nichts anhaben, überlege ich. Langsam kocht die Wut in mir hoch.

Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und nähere mich ihm langsam auf 20 Meter Entfernung.

„Sie wissen, dass man hier nur mit zwei und nicht mit drei Ruten angeln darf, oder?“

„Das sind nicht drei, das sind vier Ruten!“ entgegnet mir der Angler und zeigt auf eine vierte Rute die ich übersehen hatte.

Verdammt!! Jetzt musst du auch noch einen auf Kontrolleur machen, denke ich so vor mich hin!

Verflixt und zugenäht!!!Soll ich ihm jetzt den Fischereiberechtigungsschein abnehmen? Was wenn er mir den nicht gibt? Soll man sich als Frau in einer verlassenen Gegend wirklich mit einem 2 –Meter-Kerl mit einem Messer in der Hosentasche anlegen? Langsam aber sicher rutscht mir das Herz in die Hose.

 

Doch dann……

 

Springt eine Frau, völlig genervt aus dem parkenden Auto: „Was gibt´s? Das sind meine Ruten!!!!Ich habe einen Angelschein.“

Völlig überlegen nickt mir der Angler zu. Fast so als wäre er stolz darauf, dass seine Frau –im Auto eingesperrt den Samstag verbringen muss, damit er mit vier Ruten angeln kann.

Und ich ziehe – mal wieder Schneider- von Dannen.

Am nächsten Tag  die nächste Herausforderung. In der Hoffnung auf einen kleinen Barsch, ziehe ich einen Gummifisch mit Stingerhaken durchs Wasser. Bämmm!! Ein Fisch schlägt in meine Rute ein. Als ich den Fisch an Land drille ist es ein untermaßiger Hecht! Im Wasser öffne ich sein Maul.  Na prima! Der Stingerhaken quasi inhaliert.

Das Vorfach nah am Drilling abschneiden und freilassen? Den Fisch töten weil er nicht überlebensfähig ist und dem Wasser „zurückgeben“? Am liebsten hätte ich mich komplett vom Wasser weggewünscht.

Sinnlos einen Fisch zu töten? Eine Horrorvorstellung.

„Brauchst du Hilfe?“, fragt der Angler rechts neben mir und eilt herbei.

Super!, dachte ich mir. Jetzt hast du auch noch einen Zuschauer!

Doch dann….

als ich das Hechtmaul öffne und er den Drilling im Schlund erblickt, nimmt er wortlos eine Mappe mit Instrumenten. Ich bin HNO-Arzt! Er klappt sie auf, zieht in Sekunden eine spezielle Zange…und binnen 2 Sekunden zieht er ohne den Fisch dabei im Rachenraum zu verletzen den Drilling aus dem  Maul heraus. Quietschfidel schwimmt der Hecht von davon.

 

Am nächsten Tag, sind es nun genau 4 Wochen her, dass ich nicht gefangen habe. Selbst sonst erfolgreiche Angler teilen mir ihren Frust mit! Und der erfolgreichste von allen postet mir schließlich auch noch einen gekauften Lachs am Stück von der Fischtheke.

Es geht nichts! Nirgends! Das Wasser ist zu hoch…zu schwankend…zu tief….zu trüb. Was auch immer!

Und dann habe ich bei Camo Tackle auch noch die falsche Farbe an Gummiködern bestellt! Lila statt Natur!  Als ich Abends von meinem Mann angelfrei bekomme, beschließe ich dem lila Köder immerhin eine kleine Chance am Rhein zu geben. Ohne Drilling diesmal!

Die einzige Aktivität auf dem Wasser kommt von den Kormoranen und den vorbeifahrenden Schiffen!

Letzter Auswurf.

 

Doch dann….

 

….. zerrt es wild an meiner Rute. Heidenblitz!!! Einen Moment lang, denke ich an einen kleinen Rapfen. Doch was ich am Ufer erblicke ist ein stattlicher Barsch!

„Geht nix“- gibt´s doch nicht.

 

 

Und was lernen wir aus diesem Mist?

Dass man beim Angeln immer wieder Überraschungen ausgeliefert ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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[:de]Helmut-der König vom Forellensee[:]

[:de]

Vor 2 Wochen waren die Vereinsvorstände und Ehrenräte in meinem Verein gemeinsam in Frankreich an einem Forellensee fischen. Selbstverständlich war ich auch dabei….immerhin habe ich schon längere Zeit keinen Fisch mehr gesehen 😉

Das Einzige was erlaubt war, war das Angeln mit einer Pose. Und mit Posenangeln kenne ich mich nun mal leider gar nicht aus.

Gegen 10 Uhr begannen wir zeitgleich zu angeln. Mühsam wurstelte ich meine Bleie und eine Stopperperle auf die Schnur und hängte ein paar Bienenmaden dran.

Nach nicht einmal 3 Minuten zappelte die erste Forelle bei Helmut, einem der Ehrenräte, an der Leine. Als ich nach meiner Pose schaue…. ist sie weg.

Anhieb! Nichts passiert…..Wieder taucht die Pose unter. Anhieb!……wieder Fehlalarm! „Du hast zu viel Blei drauf!“ , meinte Harry neben mir.

Als ich die Pose rausnehme und etwas Blei runtermache, verwurstelt sich die komplette Montage!

Bei Helmut beißt gegenüber derweil Forelle Nummer 2.  Wieder montiere ich alles neu- diesmal mit Regenwurm. Als ich die Rute einwerfe, beißt Forelle Nummer 3……. Selbstverständlich bei Helmut!

Nach einer Stunde schaue ich frustriert meinem Nachbar über die Schulter der immerhin schon eine Forelle im Eimer hat und mir den Tipp gibt, Forellenteig ranzumachen. Nächster Einwurf….nichts geschieht…..Und Helmut……der drillt am andern Ufer im Akkord die Fische heraus!

Nachdenklich frage ich meine Nebenangler wie es sein kann, dass ein Angler in nächster Entfernung 15x so viele Forellen in der selben Zeit angelt. Beantworten kann es mir keiner.

Beim Fliegenfischen hatte ich so ein Desaster am Forellensee schon erlebt, aber beim Posenangeln ist die Wurftechnik schließlich nicht so wichtig- dachte ich zumindest!

Gedankenversunken blicke ich zu Helmut hinüber, in der Hoffnung irgendetwas zu entdecken was der Grund dafür sein könnte, dass die Forellen sich im Minutentakt auf seinen Köder stürzen. „Sandra, deine Pose ist gerade abgetaucht!“, ruft plötzlich mein Angelnachbar. Schnell setze ich einen Anhieb. Yeahhh- die erste Forelle war gelandet. Danach tut sich eine weitere Stunde nichts. Helmut drillt gegenüber derweil seine 20. Forelle.

Irgendwas mache ich falsch! Spontan übergebe ich meinem Angelnachbar die Rute und laufe geradewegs zu Helmut hinüber, der gerade Forelle Nummer 23 drillt und schon von 300 Meter Entfernung aus ahnte warum ich ohne Angel an seinen Platz komme.

„ …und da machst du den Forellenteig drauf!…nicht so…sondern so…. Maximal 30 cm tief…Und mit dieser Pilotkugel….und dann die Pose….und…“, lies ich mir die Geheim-Montage erklären. Verstanden hatte ich sie nicht.

„Komm´ nimm einfach meine Montage, damit du auch was fängst!“, meint er und drückt mir eine fertige Montage mit >vom Meister persönlich geformten Forellenteig< in die Hand.

Großkotzig laufe ich an den anderen Anglern vorbei, zurück an meinen Platz!

„Ha!!“, denke ich, zurück auf meinem Platz. „Jetzt mache ich den Eimer voll!“

Einwurf!…Wieder Einwurf….Erneuter Einwurf. Nichts tut sich. Während Helmut Nummer 30 drillt, stehe ich noch immer erfolglos auf dem Platz- trotz Profi-Montage.

Nach dem Mittagessen dürfen die Plätze gewechselt werden. Ab sofort sind auch Spinner erlaubt.

Entweder war es der Platz, oder meine Zupftechnik …An der Montage und dem Köder konnte es definitiv nicht mehr liegen.

Verzweifelt beschliesse ich somit alles zu wechseln: Köder, Rute und Platz und leiste Helmut Gesellschaft.

Dritter Einwurf mit dem Spinner und Bämm! Da hing sie. Nummer Drei! Nach 10 min. hing  Nummer 4. Am Ende ging ich mit stolzen 8 Forellen (Helmut hatte über 40!) nach Hause, die ich jeweils nur dann mit dem Spinner gefangen habe, wenn Helmut gerade keine Rute im Wasser hatte, weil er einen Fisch gelandet hat!

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass du da wo Helmut angelt, keine Hoffnung auf  Forellen ist.[:]

[:de]Seeputzete Nord oder „Das Drama um den Fußball im Pfinzentlastungskanal“[:]

[:de]Am Samstag war die letzte Seeputzaktion im Anglerverein Karlsruhe. Ich schnappte meine Tochter, einen Müllsack, eine Greifzange und dann ging es mit andern Anglern los zum Müllsammeln am Pfinzentlastungskanal.

Nach dem ersten Kilometer ging es los:

„Mama, ich habe Durst“

Nach zwei Kilometer:

„Mama, ich habe Hunger“

Nach drei Kilometer:

„Mama, ich mag nicht mehr laufen“

Na gut, dachte ich mir und trug die Kleine auf dem Rücken Huckepack in Richtung Treffpunkt zurück.

„Mamaaaaa! Da liegt ein Fußball!“, schrie es mir plötzlich ins Ohr.

Tatsächlich! Auf einem Haufen angeschwemmtem Holz lag ein angeschwemmter Fußball. Und der war tatsächlich noch halbwegs intakt!

Sofort war meiner Tochter klar, dass Mama den Fußball für sie holen muss, damit sie diesen ihrem lieben Bruder  mitbringen kann.

 

„Mama, bittteee!“

 

Na großartig. Waghalsig kletterte ich auf den Haufen angehäufter Äste. Ein Schritt…Test….Hält! 2. Schritt….vorsichtiger Test….Hält auch!…… Irgendwann kam ich beim Fußball an.

„ Juhu“, rief es vom Ufer aus!“ Du bist die beste Mama der Welt“.

Das ging runter wie Öl…. Und mein linkes Bein rutschte plötzlich –auch wie Öl- zwischen den Ästen durch. Platsch! Wasser lief von oben in die wasserdichten Schuhe hinein.

Um mich mit zwei Händen wieder hochzuziehen, werfe ich den Fußball ans Ufer….

…knapp 20 cm daneben. Der Fußball treibt ab in die Mitte des Kanals.

„Mamaaaaa! Der Fußball schwimmt weg!“ , höre ich sie schreien.

„ Ich glaube“, meinte ich als ich mich wieder auf festem Boden befinde,“der ist jetzt weg!“

„Neinnn!!! Mama!!! Schau mal…. Er liegt am andern Ufer!!! Schnell“, schrie meine Tochter.

Ich schüttelte den Kopf. Sollte ich etwa den Pfinzentlastungskanal balncierend auf Steinen überqueren wegen einem Fußball?

„ Mama! Du schaffst das! Ich weiß das! Du schaffst alles!“, ertönte es. Kein Helfer weit und breit den ich hätte um Hilfe fragen können.

Verdammt! Konnte ich sie jetzt wirklich enttäuschen?

Nein! Nein!!! Mutig trat ich mit meinen wassergefüllten Schuhen über die Steine, auf einen Ast, wieder auf einen Stein. In weiser Voraussicht teste ich sehr vorsichtig die Trittfestigkeit des Ufers….Ging grad noch so!  Mit einem langen Ast zog ich den Fußball an Land. Bingo!!!

„ Jeahhhhh!“ schrie es von der andern Uferseite. Freudig hüpfte meine Kleine in die Luft, und ich wieder zurück von Stein zu Stein.

Auf dem vorletzten Stein blieb ich stehen, hob den Fußball über meinen Kopf und rief:

„Ich bin der Held der Seeputzete!!!“. Meine Tochter lachte und klatschte. Und ich…. Ich rutschte aus und der Fuß landete erst im Wasser, dann im Schlamm! Beim Versuch mich am Stein hochzuziehen floss das Dreckwasser in den andern Schuh.

„ Ooooh!“, meinte sie.

„ Schei…..benkleister!“, meinte ich.

Dann gingen wir zurück. Ich in nassen Hosen und Schuhen und sie trug stolz den Fußball.

Am Auto angekommen hatte ich schon leicht blaue Lippen. Ich beschloss nach Hause zu fahren.

„Aber…. Es gibt doch gleich Grillwürsten, Mama!“, meinte sie.

„Ja! In einer halben Stunde erst. Und Mamas haben nun mal keine Ersatzkleidung dabei“, antwortete ich.

Nee, der Held der Seeputzete war jetzt doch ein Weichei und fuhr nach Hause.

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass Übermut nicht immer die beste Lösung ist.

 

 

 

 

 

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[:de]Japanwobbler vs. Gummifisch[:]

[:de] 3 Stunden lang stand ich letztes Wochenende am Rheinhafen….keine Attacke, kein Rauben an der Oberfläche.
Herrliches Wetter….Die Sonne schien und ich durfte endlich mal wieder angeln gehen.
Perfekter Wasserstand, perfekte Jahreszeit, perfektes Wetter- und wie so oft- nichts beißt!
Zuletzt packe ich noch meine teuersten Illex-und TWP-Köder (ca. 20 Euro/Stück) aus. Doch auch die können keinen Fisch überlisten.
Frustriert gehe ich in Richtung Auto zurück.
„Was ist los? Nix gefangen? Du schon lange da…und nix gefangen?“, spricht mich ein russischer Angler von der Seite an.
Peinlich berührt schüttle ich den Kopf.
„Du hast falsche Köder! Du schauen: Hier!!!“, meint der Angler und öffnet die Pandorrabüchse aus seiner Tasche.
Geflasht von den noch aufklebenden Preisschildern blicke ich schockiert in die Köderbox!
„Japanwobbler…..27,99 Euro….29,50 Euro, 39,99 Euro!!!“
Die inneren Werte, sind es die zählen…
Der Angler holt einen Köder aus der „Ü-30- Schachtel“….“Da!!! Du damit angeln!! Dann ich garantiere- du fangen eine Fisch!“
Eines musste ich dem Angler zu Gute halten- Es war immerhin der allererste Angler der mir bei der ersten Begegnung nicht von seinen Fängen der letzten 10 Jahre erzählte, sondern mir seinen Luxus-Köder anvertraute.
Da stand ich nun also…..mit einem 29,50 Euro-Köder! Ratlos überlegte ich was ich tun sollte…..Bei meinem Glück bleibe ich mit dem Köder an der nächsten Steinschüttung hängen und dann ….?
„Du werfen!!……Werfen!“, wies er mich an.
Zögerlich machte ich den Köder an meine Rute… Jetzt nur nicht an irgendeinem Ast oder Stein damit hängen bleiben!
Zweiter, dritter Auswurf……Nach 10 min. beißt noch immer nichts.
„Komisch…! Normalerweise Fische beißen!!!“, empört sich der Angler.
Dankend gebe ich ihm seinen Luxus-Wobbler zurück.
„Haben Sie eigentlich etwas gefangen….. heute?“, frage ich neugierig.
„5 Stück….aber zwei waren mir zu groß!“, meinte er beiläufig.
Ähhhhh??! Was???
Bevor meine Kinnlade auf dem Deckel seiner Köderbox landet, erinnere ich mich an die vielen Angler die ich am Wasser getroffen habe, mit ihren angeblichen Superfängen die nie einer zu Gesicht bekommen hat, außer sie selbst.
„Darf ich sie mal sehen?“, fragte ich vorsichtig nach.
Der Angler öffnet den Rucksack, tatsächlich: darin drei stattliche Rapfen.
„Du schaue…3 Rapfen…aber nur 60 cm. Die Großen sind schlecht zu räuchern…!“, meint er.
Sprachlos blicke ich in die Tüte.
„Weißt du…wenn ich komme angefahren….ich will Fische fangen. Nix schneidern wie du!“, ergänzte er.
Das saß!
„ …ich komme von weit weg angefahren! Ohne Fisch ich will nicht nach Hause fahren!“
Zögerlich hakte ich nach dem Wohnort nach.
„Remchingen- das ist Nachbarort Pfinztal! Weit weg- kennst du bestimmt nicht“, entgegnete er.
Ich beschloss über meinen Wohnort in direkter Nachbarschaft zu schweigen und mir auf dem Nach-Hause-Weg den Japanwobbler für 30 Euro zu bestellen. Freitags kam er mit der Post an.

1 Stunde lang werfe ich das teure Teil in die Fluten des Rheins….mal langsam…mal schnell….mal im walk-the-dog-Stil……nichts passiert. Ständig habe ich Angst den Wobbler zu versenken. Plötzlich ein Widerstand! Verdammt…der Köder hängt an einem Ast! Schweißgebadet versuche ich den Wobbler zu lösen….erst vorsichtig, dann mit Gewalt.
Der Wobbler löst sich und fliegt in Höchstgeschwindigkeit in Richtung meines Kopfes zu. Reflexartig drehe ich mich um- da hakt mich der Wobbler an Haaren und Jacke…..Beim Lösen hat die Jacke ein Loch und mein Nacken freut sich über eine langen und fetten Kratzer.
Kurz: Ich werfe den 30-Euro-Köder in die Box, montiere einen normalsterblichen Gummifisch auf einen Jigkopf und mache meinen letzten Auswurf.
Bämm!!!! Da hing er ! Ein Traumbarsch…..an einem 50 Cent-Köder! Und der Japanwobbler schaute dumm aus der Box.

Was lernen wir aus diesem Mist?
Dass ein teurer Köder keine Fanggarantie ist.

[:]

Es beisst wieder…

rapfen FAS.docx Zwei Wochen Handgelenksschiene- 2 Wochen keine Angelrute in der Hand. Dann in voller Euphorie lief ich am ersten Angeltag vier Meter in kurzen Hosen (!) durch ein Brennesselfeld  (nachdem ein Angler meinte: „Da kommst du nicht durch“ und ich dachte :“Du vielleicht nicht- ich schon“) und  hatte 3 Tage Beine, dass ich selbst bei schönstem Sonnenwetter freiwillig in langen Hosen rumlief.

Heute – nach der Genesung meiner Beine- war ich mit Axel zum Fliegenfischen in der Mittagspause verabredet. Axel ist einer der wenigen erfolgreichen Fliegenfischer in der Alb neben kapitalen Forellen auch Äschen herauszieht von denen meine Wenigkeit noch immer träumt.

11.30 Uhr Treffpunkt Alb! Um 10.30 Uhr habe ich jedoch schon Zeit. Naja, dachte ich mir, bevor ich alle Fische in der Alb verscheuche ehe es losgeht…..mache ich einen kurzen Abstecher zum Rhein.

10.45 Uhr stehe ich am Rhein. Nichts geht ( wie so oft), vor mir packt ein Angler ein der seit 7 Uhr da war…und geschneidert hat.

Ich beschließe ein paar Buhnen weiterzulaufen.

10.55 Uhr mein letzter Auswurf: Bämmmmm! Die Rutenspitze liegt fast am Boden! Hallelujah! Ein Wels? Ein Hecht? Ein Rapfen? Egal…..ich kämpfe wie ein Tier darum den Fisch nicht zu verlieren….. Nach einem fast 15 min. Drill lande ich einen 70er Rapfen.

Eine ältere Dame kommt aufgeregt mit ihrem Hund angerannt.

„ Sie!!!! Da haben sie aber gekämpft! Was ist denn das für ein Fisch? Der ist ja riesig!“, meint sie.

Stolz zeige ich ihr meinen Rapfen.

„Wie lange sind  Sie denn schon da?“, fragt sie.

„ 10 min.“ meine ich.

„10 min.? Wissen Sie mein Mann der geht manchmal tagelang angeln und bringt nichts nach Hause! Und Sie? Sie brauchen 10 min….! Fantastisch!“, beginnt sie zu schwärmen.

Meine Beschwichtigungen, dass das nicht üblich sei und der Fisch an sich auch sehr grätenreich ist, nimmt sie gar nicht mehr wahr. Ihr Mann kriegt heute Abend aber einen Einlauf, den ich mir schon bildlich vorstellen kann:

Sie: „Schaatz! Heute war am Rhein eine Frau angeln….“

Er: „ Glaub ich nicht….“

Sie: „ Doch das war ne Frau….das habe ich eindeutig gesehen….! Und die hat n Fisch gefangen!“

Er:“ Was war es denn für ein Fisch?“

Sie:“ Sooooooo groß war der….und die hat nur 10 min. dafür gebraucht!“

Er: „Ich habe noch nie eine Frau am Rhein gesehen die am Rhein kapitale Fische in 10 min. rauszieht!“

Sie: „ Doch!!!! Schau mal…ich habe n Foto gemacht von dem Fisch!“

Er: „ Uuuuuhhhh….ein Rapfen!!! Der hat mehr Gräten wie Fleisch!“

Sie: „Du bist doch nur neidisch! Warum fängst du eigentlich nie was beim angeln? Bei der Frau sah das so einfach aus!“

OPEN END

11.15 Uhr stehe ich mit meinen Rapfen am Auto….14 min. brauche ich zum Treffpunkt an die Alb….und: WAS MACHE ICH MIT DEM RAPFEN ????

Im Auto lassen bei 25 Grad Sonnenschein???….Keine Gute Idee!

Nach Hause fahren und Axel versetzen? Auch schlecht!

Während ich zur Alb fahre und mir den Kopf zerbreche, komme ich 11.25 Uhr in Grünwinkel bei einem Getränkehändler vorbei!

In Gummistiefeln renne ich schnurrstracks zur Kasse (hier kennt mich ja keiner!)- „Haben Sie Eiswürfel?“, Antwort: „Ja, hier! 2,99 Euro!“. „Danke“, „Bitte!“. „ Ähm – sie haben Blut am Arm…und am Bein!“- so der Verkäufer.

„ Das ist nicht von mir!“, antworte ich, nehme das Rausgeld und stiefle zum Auto. Beruhigt sah er nicht aus.

11.30 Uhr fahre ich am Treffpunkt ein! Punktlandung! …jetzt geht´s zum Fliegenfischen. (Fortsetzung folgt )

Mein Mann…der Held!

IMG-20170713-WA0002Während mein Angelnachbar beim Krebsangeln noch überlegt wie er die Signalkrebse am besten anpackt damit sie ihn nicht zwicken, greife ich bereits (ohne Handschuhe) beherzt zu.

So viele Drillinge wie ich schon aus meinem Finger gezogen habe, da hauen mich die Krebsscheren auch nicht um.

Nein….ich habe keine Angst. Auch nicht davor mit einer Sehnenscheidenentzündung und einer Schiene auf Rapfen angeln zu gehen.

Zecken? Pillepalle….1,50 m hohe Brennessel? Augen zu und durch in den kurzen Hosen!

Von meinem Leitspruch „Stell dich nicht so an!“, kann mein Mann ein Lied singen.

Als ich am Donnerstag spätabends mit der Arbeit fertig bin, beschließt mein Mann mich bei perfektem Angelwetter mit meinem Boot über den See zu rudern….und ich darf angeln!!!

Einen besseren Feierabend kann man sich fast nicht vorstellen!

Auf der Fahrt schwirren schon die ersten Stechmücken herum. Mein Mann verzieht das Gesicht.

„Schnaken!! Das war schon die Dritte!“, jammert er.

„Stell dich nicht so an….so lange  es nicht so viele sind, dass sie dir in die Nasenlöcher reinkriechen ist alles normal!“ versuche ich ihn zu beruhigen.

Tapfer rudert er weiter.

„Ist das nicht schön? Die Natur….die Bäume….die Wildgänse….Schau mal! Ein Schwanenpaar!“

Plötzlich schwimmt ein Styroporklotz auf dem Wasser herum.

„ Sauerei! Den nehme ich mit und entsorge ihn“, beschließe ich kurzerhand.

„Rechts….weiter rechts…..mehr links!“- Da war er!!!

Mit meinen Händen lege ich den Styroporklotz auf den Boots-Boden auf dem meine nackten Füße stehen.

„ Ähmmmm….Schatz!! Hast du die Spinne gesehen?“, flüstert mein Gatte mit leicht zitternder Stimme.

„ Spinne?“, frage ich und  drehe den Klotz um 180 ° herum, gefasst auf einen kleinen Weberknecht oder eine Mini-Kreuzspinne.

Plötzlich blickt mich die größte Spinne an, die ich Zeit meines Lebens gesehen habe. Ein  kinderhandgroßes Exemplar mit einem Körper von der Größe eins 10-Cent-Stückes, sitzt in der Lucke des Styroporwürfels.

Erschrocken schreie ich und lass die Angel ins Boot fallen.

Die Spinne erschrickt! Erschrocken krabbelt sie blitzschnell aus dem Würfel auf dem Bootsboden herum.

„ Aaaaaaaaahhhh! Iiiiiiiiiihhhhhhhhh! Oh Gotttttttttt!“, mehr bekomme ich nicht mehr heraus und ziehe die Beine blitzartig hoch.

Doch nicht genug! Die Spinne krabbelt in meine Richtung, über meine Angelrute, über meinen Kescher…. Und verschwindet bei meinem Angelrucksack!!!!

„ Der Rucksaaaaaaaaaaaahhhhhhh……“, doch bevor ich das Wort zu Ende gekreischt habe, krabbelt das Tier an der Bootswand hoch, direkt zur Spitze des Ruderbootes auf der ich zusammengekauert mit angzogenen Beinen sitze.

„ Aaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhh…………Hilfeeeeee…..Aaaaahhhhhh!“, brülle ich und falle  dabei fast ins Wasser. „Schaaatz, tu was!!! Ich springe ins Waaaaaasser wenn die kommt!“

Mein Mann legt blitzartig die Ruder zur Seite und schafft das Tier weg!

Geschockt blickt er mich an: „Ich weiß jetzt nicht ob ich das glauben kann was ich gerade gesehen habe….Warst das gerade wirklich du?“

„ Fahr´ bitte zurück! Ich habe genug Adrenalin für heute…..“, antworte ich beschämt.

Und ging – mal wieder- „Schneider“ nach Hause.

Und was lernen wir aus diesem Mist?

Dass eine Spinne im Boot der blanke Horror ist!

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein erster Döbel

 

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Wer zur Zeit meint, er müsste 1 Stunde vor Sonnenaufgang am Wasser stehen, sollte am besten gar nicht erst ins Bett gehen.

Auf jeden Fall, bin ich im Bett gewesen, als mich Tjaark Sonntagmorgens um 4:30 Uhr im Pfinztal abholte.

Zielfisch Zander. Dummerweise war es um die Uhrzeit schon so gut wie hell!

Ich: „ Sag mal Tjaark! Kann es sein, dass wir zu spät sind um auf Zander angeln zu gehen?“

Tjaark: „ Sieht so aus! Vielleicht sollten wir es gleich auf Forellen probieren!“

Eigentlich hätte ein Zander der Trost dafür sein sollen, dass ich mich um diese unchristliche Uhrzeit aus dem Bett gequält habe.  Doch nun war es Tjaarks 12er-Pack Schokocroissants im Auto.

Mit der Fliegenrute versuchten wir unser Glück am Wasser. Kein Rauben, keine Aktivität am Wasser. Der Wasserstand : enorm tief- aber ideal zum Fliegenfischen. Zumindest wenn man eine Wathose anhat. Und die hatte ich selbstverständlich wieder vergessen.

In meiner geistigen Übernachtung übersah ich zu allem Übel auch, dass ich die 9er-Rolle mit einer 9er-Schnur für die 5er-Fliegenrute mitgenommen habe! Auswerfen?? Ein einziges Desaster!

Ich beschloss kurzerhand auf die Spinnrute umzusteigen.

Nach 3 Stunden hatte jeder cirka 5-6 untermaßige Forellen wieder abgehakt.

„Da vorne!“,meinte Tjaark, „da stehen drei!“ Doch beißen wollten die Forellen selbstverständlich nicht.

Naja, dachte ich…..bevor ich mit meinem Spinner die drei verscheuche, werfe ich doch einfach mal in die andere Richtung. Ich war mir sicher- irgendwo zwischen den Steinen, lauerte eine maßige  Forelle. Bämm!!!Da zappelte sie endlich. Als ich die Flanke des Fisches sah, war ich mir sicher: Hier hat gerade mein Abendessen angebissen.

Als ich meine Forelle landete, stellte ich fest, dass ich gerade meinen ersten Döbel gefangen hatte.

Da hat man längst veressen was Döbel waren oder sind und wenn man auf einen ganz andern Fisch aus ist… schupps da ist er!

Döbel? War das nicht der Fisch mit dem tollen Fleisch und den vielen Gräten? Oder waren es nur viele Gräten? Oder nur das tolle Fleisch? Während ich überlegte, dankte ich der Murg für meine Entschneiderung und beschloss, dass der Döbel schmecken muss! Mein erster Rapfen schmeckte schließlich auch hervorragend.

Unser „Hot Spot“ wurde zwischenzeitlich immer hotter und so langsam kochte auch der Frust des Forellen-Schneiderns in uns hoch. Der berühmte „letzte Auswurf“ von Tjaark uferte langsam aber sicher in eine „letzte Stunde“ des Auswerfens aus. Mit Ausnahme der Schokocroissants, bekamen die Fische so ziemlich jeden erdenklichen Köder zu Gesicht.

Doch noch nicht einmal eine Gruppe Döbel in Sichtweite konnte sich zu einem weiteren Anbiss bewegen lassen. Weder per Fliege noch per Spinner.

Frustriert ging es nach 7 Stunden Angeln wieder nach Hause! Als ich den Fisch filetierte, war mir sonnenklar: Egal wie gut der Döbel schmeckt, er hat Gräten….viele Gräten…..er ist voller Gräten!

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass mein Mann keine Gräten im Fisch mag?

Nein? Dann möchte ich die Menschheit da draußen jetzt feierlich darüber informieren dass ich von den geschätzten 165 Zwischenmuskelgräten cirka 161 mit der Grätenzange entfernt habe.

Übrig blieb ein zartes Döbelfleisch, das schmeckte wie eine Forelle die (leicht) im Schlamm gebadet hat. Oder um es etwas gehobener auszudrücken „eine leicht erdige Geschmacksnote“ hatte.

Meinem Mann  schmeckte der Döbel!

„…und so viele Gräten waren ja gar nicht drin wie du vermutet hast!“, meinte er, „den kannst du mal wieder angeln!“

Klar! Ich frage mich nur was mehr Zeit kostet. Einen Döbel zum Anbiss zu bewegen oder einer der grätenreichsten Fische dieser Welt zu entgräten? Auf jeden Fall kostet das Döbel-Entgräten die Hälfte der Erholung die man beim Angeln am Wasser erfährt. Dann lieber Schokocroissants 😉

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass ein Schokocroissant besser wie ein Döbel ist.

Das Gedicht von der schlauen Forelle

 

„Du willst doch wohl nicht angeln geh´n, bei dieser großen Hitze?“

Mein Ehemann- voll Unverständnis, sieht dar wie ich schwitze.

Gummistiefel und lange Hosen, bei 40 Grad im Schatten,

sind zwar pure Quälerei, doch Angeln kann nicht warten!

 

Eine Stunde krieg´ich Zeit, danach soll ich zu Hause sein,

„na klar“ sag ich, und war mir sicher, ich bring den größten Fisch dann Heim.

Das Wasser still, kein rauben hier, kein rauben dort,

ich wechsle an nen andern Ort.

 

„Oh Gott! Ne Frau! Die angelt ja!“, erklang es in den Ohren,

„Gibt es hier Fische?“, ne andere Dame, da hatt´ ich den Köder verloren.

Die Uhr, die tickte, die Zeit lief davon,

da war es auch schon die Stunde herum!

Ein letzter Wurf, und plötzlich dann,

mein Herz es gar nicht fassen kann!

Die Schnur ist stramm, die Rute ruckt,

am Spinner ne Forelle zuckt!

 

Der Fisch der kämpfte, und siehe dann,

war sie da! Oh Mann oh Mann!!!

Die gute 50 Zentimeter Bachforelle,

schlug eine nach der andern Welle!

 

„Himmel!“ rief ich, voller Freude,

Was war das für ein Monstrum, Leute!

Den Kescher schnellstens in der Hand,

ziehe ich den Fisch an Land.

 

Forelle in den Kescher rein,

das fand der Fisch, doch gar nicht fein.

Ich sah sie schon auf dem Tisch zu Haus,

da schüttelt sie den Spinner raus.

 

Selbst abgehakt? Na dann,

im Kescher ja nichts passieren kann,

Mein Anglerherz schon lachte,

die Forelle weitere Sprünge machte.

 

Gedanklich schon mit Salbeibutter gefüllt.

Doch die Forelle war hierzu gar nicht gewillt.

Mit einem Riesensprung dem Kescher entkommt,

hat sich der Kampf dann doch (für sie) gelohnt.

 

Hüpft einfach vom Kescher ins Wasser raus,

und ich….ich muss wieder Schneider nach Haus.

Weg??? Frage ich mich. Wie kann das sein?

Und trete vor Schreck bis zum Knie ins Wasser rein.

Ich hatte meine Chance,

und nun ne nasse Hose.

 

Nach einer Stunde, zurück im Heim,

fehlt nur noch der allerwichtigste Reim:

 

 

Was lernen wir aus diesem Mist?

Dass im Wasser so manche gerissene Forelle ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

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